Heiraten oder nicht. Müll weg werfen oder nicht.

18.1.2019 Piskar

Tami ist eine eigene ethnische Gruppe in Nepal, die zum Teil noch sehr traditionell in den Bergdöfern lebt. Heute hatte ich die Ehre die Gegensätze von Tradition und Emanzipation in dem 1900m hohen Bergsdorf Mularbari zu erleben, zu dem wir heute morgen als erstes gewandert sind .. nur 2 Stunden…. und kaum Höhenmeter, die hatten wir ja mit der Risikofahrt auf dem Bus erledigt. Das Dorf hat kein Zugang für Auto oder Motorrad.

Eigentlich sind wir wegen der Schulbesichtigung und einen Treffen zwischen der NGO ISARD und den reprensativen Vertreter der Farmers des Dorfes, gekommen aber erst mal wurde uns auf dem Marktplatz (im doppelten Sinne) der aktuelle Fall „Heiraten oder nicht?“ dargestellt.

Bei den Tamis gibt es die Tradition, dass wenn eine Mann eine Frau heiraten will, dann muss er mit dem lokalen Alkohol bei den Eltern der Frau vorstellig werden. Wenn diese den Alkohol ins Haus nehmen und trinken, dann geben Sie ihre Zustimmung zur Hochzeit. In diesem Fall erwiederte die extrovertierte Mutter, das sollte die Tochter selber entscheiden. Emanzipierte Mutter. Die Tochter hat sich nun aber seid 3 Tagen nicht dazu geäussert. Der Alkohol hängt unberührt in einer Ecke im Lagerraum und der junge Mann warten in dem Dorf nun seit Tagen auf eine Antwort. What to do? Namaraj der Manager von ISARD liess die junge Frau rufen und setzte sie zwischen ihm und mich – eine ganz schüchterne Frau. Namaraj versucht mehrfach ein Gespräch anzufangen. Kein Erfolg. Ich entschied meine nepalesische Sprachkenntnisse zu üben und fragte sie mit meinem gebrochenen Nepalesisch (Sprachen sind wie Rechtschreibung und Grammatik nicht meine Kernkompetenz) …. wie sie heißt, wie alt sie ist und was sie macht…. Die 21-jährige Frau heisst Andita und geht auf das College und will dieses beenden und wie ihre Mutter will sie gerne eine Job finden und arbeiten. Für mich war der Fall klar. Zu schüchtern Nein zu sagen. Zu gefangen in den Dorftraditionen trotz emanzipierter Mutter. Ich schaute Namaraj an und sagte ihm was ich denke und er nickte. Er sagt, sie können doch zu Ende studieren und dann mal sehen. Mutter und Vater widersprachen nicht. Zur Erinnerung, wir saßen auf dem Marktplatz des Dorfes. Die Frau verabschiedete sich. Der junge Mann wird heute noch mal vorstellig. Das Ende kenne ich nicht.

Ich besuchte dann erst mal die Schule und beschäftigte mich mit dem ABC … A like Apple und L like Love…. naja gut, die Kinder antworteten in englisch L like lion und L like lemon.

Später war ich bei meiner Rückkehr auf dem Marktplatz nicht überrascht, dass die Sprecherin der Farmer die emanzipiert Mutter ist. Es gab ein angeregtes Gespräch über Ernterrträge. Die ISARD Vertreter wollen hersausfinden, ob das Dorf Mikrokreditwürdig ist. Ich lag wärend dem Gespräch in der Sonne und hörte die Stimmen ohne zu zuhören. Ich hätte auch einschlafen könne.

Meine Lazy Seite in mir (lazy klingt schöner als faul) gluckste Glücklich vor sich hin. Sie ist sehr gross in mir und ist glücklich über die Entschläunigung hier.

Im nächsten Dorf gab es kein geplantes Treffen und Namaraj sagte er will sich in den Park setzen und die Leute beobachten. Ich dachte komisch. Während ich wieder lag und es in mir gluckste unterhielten sich die ISARD Leute und nach einem gewissen Zeitraum kamen Dorfbewohner und es gab ein Gespräch. Es arbeitete in mir und ich beobachtete Namaraj.

Auf dem Weg zu dem Dorf, wo wir übernachten, habe ich den Kollegen von ISARD das Picknicken näher gebracht. Ich liebe wandern und picknicken. Zwar keine salzige Speisen aber ich musste das nehmen, was ich in den Dörfern bekommen konnte. Und auch in Nepal wie immer reichlich Auswahl und etwas zu viel. Das bin ich. Man nimmt sich immer selber mit, egal wie weit und wohin man auch reist.

Als am Ende der Müllsack gepackt war, wollte eine ISARD Mitarbeiter diesen doch glatt einfach auf der Feuerstelle liegen lassen. Ich sagte nur streng „das geht gar nicht, der wird mitgenommen und richtig entsorgt“. Zwar war der Müllsack eine running gag auf dem weiteren Weg aber ich nahm mir fest vor das Thema noch mal ernsthaft in kleiner Runde aufzugreifen. Später.

Diesmal übernachteten wir bei dem Generalsekretär in ISARD in einem Bergdorf ca. 1600m hoch. Es war die erste Üernachtung in einer Holz-Wellmetall Hütte ohne Glasfenster und ohne wirkliche fliessendes Wasser direkt im Haus. Obwohl es Gasplatten gibt, wird meistens am Feuer in der Kochhütte gekocht. Hier passieren viele Verbrennungen und Lungenprobleme. Zu viele. Viele Menschen sind Abends, wenn es kalt wird in diesen Hütten. Es gibt verschiedene Projekte mit andern NGOs smokless Ofen… healthy Ofen… (https://www.ofenmacher.org).

Bei der Wahl erfrieren oder ersticken, würde ich erstes wählen und verliess die Hütte zeitweilig. Ich bin früh ins Bett, 5 ihr aufstehen ist nicht meine Zeit. Morgen geht es via pedes zurück zur Farm. Start um 08.00 Uhr.

Guten Morgen. Neuer Tag. Ca. 750 Höhenmeter nach unten erwarteten uns. Nach ca. 20 min. eröffnete ich das Gespräch mit der Frage, was Gopy aus den Tagen gelernt hat. Er verzettelte sich etwas, wenig klar, keine Priotiäten beim Aufzählen und das wichtigste hatte er vergessen. Dafür bin ich auch hier, den jungen Mitarbeiter was zu Projekten, Rollen, Feebackkultur etc. beizubringen.

Ich sagte, ich habe gelernt, wie Namaraj der Manager analysiert, innerliche Check Listen durchgeht und so ein Gefühl für das Dorf, die Menschen etc. bekommt. Zahlen in Büchern sagen nicht alles. Ich fragte Namaraj nach einer wichtigen Hinweis der zeigt, es läuft nicht gut mit dem Farming. Er sagt, wenn männliche Dorfbewohner Tagelöhner in anderen Regionen werden, dann geht die Ernte im Verlauf runter und momentan reicht das Einkommen mit der Ernte nicht oder das Geld wird nicht gut investiert. Eine klare Kennzahl. Etwas was jeder von ISARD fragen kann, wenn er ohne Namaraj durch die Dörfer geht. Er muss aber die Frage und den Sinn kennen. Namaraj ist eine Vorbild…. noch wird nicht genug von ihm gelernt.

Die zweite wichtige Erfahrung kam mit dem Wandern heute. Wir kamen darauf, das die ISARD Mitarbeiterin, die bis gestern dabei war auch eine Tami ist, die genau den Weg eingeschlagen ist, die sich die junge Frau, die den Heiratsantrag bekam, lebt. Sie hat kein mal was gesagt. Sie kontrollierte nur zahlen. Auch sie wäre eine Vorbild und hätte mit dem Frau reden können. Das wollen wir mit ihr besprechen. Ich war begeistert wie das Gespräch mit den Männer verlief.

Meine Chance und griff das Thema Müll noch mal auf. Ich erklärte ihnen, jeder ISARD Mitarbeiter ist Vorbild in den Dörfern, gerade sie müssen zeigen, wie man es richtig macht. Müll ist hier ein Problem und auch wenn es nicht das Kernthema von ISARD ist. Ich denke ich war deutlich… Ich hoffe nicht zu viel und nicht zu streng aber die Wanderung verlief gut und witzig. Trotz vieler Stufen genoss ich die Landschaft. Hunger trieb uns mit weniger reden und schnellern Schrittes zur Farm.

Hungri…. Reis mit Daahl und gerösteten Sojabohnen und beim schreiben des Blog Mandarinen…. und dann plötzlich der erste medizinische Einsatz. Platzwunde auf der Stirn ….. reinigen und sauber verbinden und dann zum Arzt. Im Nähen war ich nie gut, wäre eine unschöne Narbe geworden und es ist ein junger Mann. Meine Schwester hätte mit Nähzeug ihren Spaß gehabt. Ich denke nur Schuster bleib bei deinen Sohlen. Die Dorfjugend ruft und will mal wieder im Tischtennis verlieren. Und nachher neues gigantisches Risiko: Friseur. Haare sind zu lang für die Farm und Mützen.

Was ein Start in den Tag.

Namaste.

Im ersten Dorf noch morgens:

Die Transportseilbahn wurde 2 Jahr lang gebaut und 2 Jahre genutzt. Seit 20 Jahre liegt sie still.

Waschtag, Schule, Tempel

Wandern

Der Marktplatz, die Schule, die Menschen, Lazy Moments und THE THREE MONKEEYS

Weg zur Übernachtung mit Lazy Moments, Picknick und ein Riesen Cadamonbaum

Die Übernachtungshütte, die Gastgeber und der Sohn mit dem ich die Beatles und Louise Armstrong mehrfach hörte

Wandern zu Farm, Essen, 1 Hilfe