Chinas Grenze und Girls want to have fun

21.1.2019 Budhepa

Abfahrt 6.00 Uhr … Jeep kam um 6.30 Uhr … hätte ich ja etwas länger schlafen können. Jeep für maximal 6 Personen gedacht, wir waren incl. Kleinkind 9. Und meine Wild West Fantasien in Sachen hölzerne Badewanne erwiesen sich als vollkommen falsch… wir fuhren zu heissen Wasserquellen an der chinesischen Grenze. Meine letzte Erfahrungen mit heissen Wasserquellen, waren sehr schwefelig und für mich damals nicht überzeugend. Eine Wegstrecke ca. 30 km und Dauer zwischen 60 bis 90 Minuten. Warum habe ich nur ja gesagt? Naja die Quellen sollen präventive Wirkung auf Krankheiten habe. Gut mit China Grenzerfahrung machen und nepalisches heisses Quellwasser und sympathische Mensche, n um Auto. Das wird ein besonderes Erlebnis. Glas ist halbvoll.

Die Quellen waren keine Badequellen mehr, sondern es war eine Badeanstallt. Kein Schwefel. Gruppenduschen oder alleine Duschen, ich entschied mich für letzteres. Ich duschte mit heissen Wasser, könnte durch das Fenster auf China schauen. Genug Zeit und Raum für rasieren und ich cremte mich danach lange mit einer Feuchtigkeitscreme aus der Provence ein. Ich roch danch nach Lavendel. Der Duschraum war crazy…..mit Badewanne. Ein wirklich besonderes Erlebnis. Werde ich nie vergessen aber die Notwendigkeit den Ort noch mal aufzusuchen, sehe ich nicht. Prävention hin oder her. Kalt duschen soll auch präventive Wirkung haben.

Auf der Rückfahrt stellte ich 5 englische Lieder zur Auswahl vor … ich spielte sie an. Diese Gruppe sollte entscheiden, mit welchen Lied wir das Englisch lernen anfangen.

A) Louis Armstrong mit Wonderful World.

B) Whitney Housten mit Dance with Somebody

C) Cat Stevens mit If you want to sing Out .. sing In

D) Beatles mit Help

E) Cindy Lauper mit Girls just want to have fun.

Nepalesi mögen es bei Musik gerne etwas schrill und hoch. Die Wahl viel auf Cindy Lauper. In Sachen Women Empowerment keine schlechte Wahl. Die Wählerschaft kannte den Text nicht, es wurde rein nach Musik entschieden. Zufälle sind manchmal einfach eine gute Sache.

Ich habe das Lied als mp3 gekauft und den Text rausgesucht und beides wurde an alle ISARD Mitarbeiter verteilt. Ein Start.

Mit mehreren Stunden Verspätung startete unsere Wanderung hoch zum Dorf mit der Schule, die nicht fertig ist und der Plan sportlich ist. Ranju die 19jährige Praktikantin begleite Gopy und mich.

Ich habe auf dem Weg gefühlt 100 mal (o.k. übertrieben) Girls just want to have Fun gehört. Aber Ranju war begeistert und sie war ehrgeizig. Eine Zeit lief sie mit meinem Handy den Berg hoch und versuchte den Refrain mit zu singen. Ich schmunzelte und Aufmerksamkeit von allen, die wir passierten, war uns sicher.

Auf dem Weg durchquerten wir u.a. 2 Dörfer, die mit Hilfe von dem Verein Carisimo 14 Wasseranachlüsse bekamen. Früher mussten sie ausserhalb der Regenzeit bis zum Flussbet runter laufen und alles hoch tragen. Selbst wenn sie deutlich schneller als ich gelaufen wären, mit ca. 50 min One Way muss man rechnen. Der Verein Carisimo ließ eine Wasserauffangstelle, Leitungen und Wasseranachlüsse bauen. Nur noch maximal 5 bis 10 min von den Häusern, die weit weg von den 14 Anschlussstellen sind. Die Dörfer beteiligen sich mit 15% an der Herstellung. Insgesamt hat es ca. 2500 Euro gekostet. Ich bin mal wieder sprachlos. Wie leicht man mit im Verhältnis wenig viel helfen kann.

Natürlich bestand ich auch auf dieser Wanderung auf ein Picknick und es gab wieder ein Müllvorfall. Wieder würde ich streng und der Mühlsack wurde natürlich mit genommen. Was für eine Gewohnheit, egal wo man in der Natur ist, einfach alles hinter sich schmeissen. Cindy Lauper und Picknick werden bei allen Themen Englisch lernen, Frauen Empowerment und Umwelt helfen. 4 1/2 Monate habe ich noch Zeit. Naja weitere Lieder müssen folgen …. nicht nur fürs lernen, sondern auch für mich.

Im Dorf angekommen, sollten wir kurz auf die Gastegeberin warten, bevor wie zu unserer Übernachtungsstädte liefen. Mein Blick viel auf die Kinder die Fussball spielten. Ich lies mein Rucksack einfach fallen und spazierte zu den Kids, um beim Fussball mit zuspielen. Der Ball war total platt und ich hatte Wanderschuhe an aber ich habe es sehr genossen und die Anzahl der Kinder wurde beim spielen immer mehr. Wir haben das Spiel zusammen gewonnen.

Als uns das Omchen zum Haus führte, dachte ich von aussen, gutes Haus. Als ich unser Zimer präsentiert bekommen habe, war mir schnell klar: Es wird kalt und es ist mit nichten sauber. Ein Segen auf den Schlafsack und all meine Nachtklamotten für mich und das Kissen. Die grösste Herausforderung bisher bei den Übernachtungen.

Das abendliche informelle Projektmeetinh treffen beschäftigte mich noch während ich im Bett lag. Es lief nicht sehr gut. Es ist eine Herausforderung zu strukturieren und heraus zu finden, wo die Probleme sind. Wie „hard“ darf ich eingreifen, hinterfragen und pushen? Deutlich spüre ich, dass ich hier nicht zum Urlaub bin. Ich fordere die Leute heraus…. ggf stresse ich auch etwas. Ei Balanceakt…. Nepal ist nicht Deutschland aber etwas German Way würden den Projekterfolg „in time“ erhöhen. Wahscheinlich wäre Nepali Way in Deutschland auch nicht falsch. Auch ich spüre die Anforderung in mir. Dieses Gefühl kenne ich aus meinem Job auch. A Project is a Project. Naja in Deutschland reise ich via Zug oder Flughafen und hier wandere ich zu den Terminen. Ich beendet das informelle Meeting indem ich Stimmung auflockern, indem ich den Sozial Mobiliser Frage, wer strenger ist, ich oder seine Frau… die im Raum ist. Er sagt sofort seine Frau und alle lachen und ich nehme nehme die Frau seitlich in Arm und meine nur wir Frauen habe es nicht leicht. Sie hatte kurz vorher eine Horde sich fast prügelnder Dorfjungen zurecht gewiessen. Sehr streng. Nach der Übersetzung blinzeln ihre weissen Zähne beim lachen auf. Der Mann freut sich und verabschiedet mich herzlich.

Die Nacht war o.k. nicht gefrohren aber zwei mal auf die Toilette die quer über den Hof ist. Ich freue mich auf die Termine Morgen, bin aber auch aufgeregt.

Die verschiedenen Treffen mit dem Bauleiter, Fachexperten und der Lehrerin verlieren gut…. besser als gedacht. Das Puzzle der Herausforderungen und der Lösungsoptionen gestaltet sich. Wir besprechen viel und vereinbaren viel. Ich male viel auf und wiederhole immer wieder die Zeitschiene und zeige auf den Zeitstrahl. Wird eng mit der Zeit und Budget eng aber ich bin hochmotiviert und ich habe den Eindruck, ich stecke so langsam an….

Wie oft in meinen Job zu Hause, beendet ich das Meeting mit „nur sprechenden Menschen kann geholfen werden…. und immer sagen alles ist gut…. keine Probleme spiegelt immer nie eine Projekt ehrlich wieder“. Die Kinder haben heute für mich gesungen. Immer noch grosse Aufregung hier. Wir machen uns auf den Heimweg. 800m Höhenmeter runter. Unterwegs essen wir eine Suppe nachdem wir eine typisch nepalesische Brücke überquerten und mir der ganze Müll in Herz und Seele weh tut. Die landschaftwäre noch ausdrucksstärker und anziehender, würde Mann nicht immer wieder wilde Müllhaufen und Plastik über antreffen.

Die Wärme Suppe tut gut. Ohne Essen das Haus verlassen. Ggf kommen wir zu einer Zeit in der Farm an, wenn die Küche frei ist und ich könnte Bratkartoffeln machen. Boah…. hätte ich da bin drauf.

Namaste

Mascha

Chinas Grenze. Heisse Quellen.

Ich und andere frisch geduscht und China hinter uns

Kur vor Aufbruch, Carisimos Wasserquellen

Unterwegs. Picknick. Ankommen. Fußball und das Haus.

Heute Morgen. Meine Zimmergebossinen. Die Baustelle in die Meetings.

Singen

Rückweg