Weihnachten & Karneval

22.1.19 ISARD Farm bei Bharabise

Als um ca. 7 Uhr wieder Ping Pong von draussen zu mir drang, drehte ich mich unwillig um. Hätte ich ein grosses Kissen gehabt, hätte ich es mir über den Kopf gezogen. Es war nicht zu verdrängen, ich war schlecht drauf und ich wusste auch genau warum… Ich hätte meine Tage bekommen und mitten in der Nacht hatte ich in einem Frusanfall unzählbare Schokobonbons und kleine Hefestückchen in mich rein geschoben. Seine Tage hier zu haben ist in bezug Toiletten und Hygiene kein Spass. Heute Nacht legte sich auf die so oder so schon vorhandenen emotionale angefasst Stimmungen durch die in mir fliessenden menestruellen Hormone auch noch Heimweh. Ich blieb im Bett liegen.

Zur Erläuterung, die normalen Toiletten haben hier keim Klopapier, kein Mülleimer und kein fliessendes Wasser. Und richtig setzen kam man sich auch nicht, man hockt und danach nimmt man sich Wasser mit einer kleinen Schüssel aus dem Eimer neben einem und wäscht sich und spült. Was ich ohne Menstruation noch mit einer eigenen Mascha Strategie hinbekam….. überforderte mich gerade. In den meisten Häusern gibt es keine klaren Mülleimer, sondern Kisten wo man man alles reinschmeist…. oder irgendwohin schmeisst. Hier auf der Farm stand eine Kiste in der Küche. Wie hygienisch dachte ich.

Ich starte Löcher in die Decke und verweigerte mich dem Aufstehen …. und lass lustlos in einem Buch. Die Stimmung draussen wurden immer lauter. Es war nur eine Frage der Zeit bis man mich dazu rief. Ich war nicht gruppentauglich und wollte alleine sein.

Ohne sichtbaren Grund sprang ich plötzlich schnell auf, zog mit Sportklamotten an und stöpselte mir Musik ins Ohr und beschloss joggen zu gehen. Ich kenne die Gegend Mittlerweile gut genug und mein Körper verlangten nach wieder gut machung nach dem vielen süssen heute Nacht.

Ohne lange Erklärung rief ich draussen einfach nur Guten Morgen auf englisch und lief los. Erstaunt stellte ich fest, es ging gut. Ich hüpfte mit Rythmus und leichten Schrittes über die Steine, mit denen man den Fluss überqueren konnte und joggte den leicht ansteigenden Weg hoch. Bei der ersten Kreuzung musste ich mich entscheiden, ob leichter an Anstieg links oder steil hoch rechts…. die Bonbons in mir riefen unüberhörbar links. Ich lief rechts und die Musik trug mich was hoch. Plötzlich kam eine grosses Grinsen über mein Gesicht… in der Tanzen Musikliste waren noch schnelle Weihnachtslieder von der letzen Weichnachtsparty drauf und so joggte ich mit Shakin‘ Stevens Merry Chrismas to Everyone den Berg motiviert hoch. Ich liebe Weihnachten. Noch beim joggen beschloss ich vor meiner Abreise im Mai mit den Leuten hier Weichmachnten zu feiern. Weihnachten selber bin ich nicht mehr hier. Ich habe 3 rote Weihnachtsmützen mit, ein Überbleibsel von der normalen Weihnachtsfeier in Thailand. Ich schmunzelte. Mein erstes Weihnachten nicht in Deutschland war wirklich anders gewesen und mit Steffi und Vanessa waren genau die richtigen dabei, die die Verrücktheiten mitmachten, die ich mir so weit weg von zu Hause überlegt hatte. Sehr schöne Erinnerung.

Also Weihnachten im Mai in Nepal. Ich grinste und genau da wurde die Musik von Brings Dat is Geil angespielt und sofort beschloss ich im Mai ein Weihnachts-Kölsches-Karneval Fest hier zu feiern. Wenn ich mir mal was vornehme….. Der Berg erlief sich von alleine und als eine kleine Lichtung kam, beschloss ich mich zu dehnen und machte noch ein paar Jogaübungen.

Es ging mir plötzlich viel besser. Beim runter joggen bzw tänzeln, entschied ich zu duschen, frische Sachen anzuziehen und Lösungen für Abwurfbehälter zu finden und mit dem Direktor grundsätzlich über das Müllkonzept auf der Farm zu reden. Dieses hatte deutlich Luft nach oben, auch ohne meine momentane Situation. Ich sang laut mit der Musik mit… auch wenn ich eigentlich nicht singen kann… (ich treffe kaum ein Ton richtig aber es macht Spaß)… was wohl der mich passierende LKW Fahrer dachte, als er die singende Europäerin zu Felize Navidat im Januar in Nepal sah bzw hörte. Werde ich wohl nie erfahren und wahrschneilich nichts anderes als im März oder August, wenn ich Dat is Geil oder Leev Marie gesungen hätte.

Kurz bevor ich die Farm erblicken konnte, kamen mir drei Frauen entgegen. Schwer beladen. Langsam und stöhnend. Ich war gerade joggend diesen Weg hoch, damit sich meine Laune besserte und sie müssen hier hoch um Alltagsdinge nach Hause zu bringen. Was für eine Welt, was für Kontraste.

Als ich mich der Farm näherte sah ich, das noch ein Volleyballmatch gespielt wurde. Ich klingt mich ein, gab alles inkl. in den Dreck springen, um den Ball noch zu bekomme. Dusche soll sich ja lohnen.

Als ich dann unter der kalten Dusche Stand, kamen noch mal die Bilder von der Wanderung gestern zu mir zurück…. mit den Fussbad im eiskalten Flusswasser, der morschen Holzbrücke und ebenso dem ersten englisch Unterricht in der Gruppe mit Girls jus want to have fun….. thats what they really want… some Fun. Hatte ich plötzlich Spass beim Duschen.

Namaste

Mascha

P.S. Beim Frühstück setzte ich mich bei der Küchenchefin durch und nahm nur Reis.. kein scharfes Gemüse…. kein Daal…. sondern Joghurt und geschnittenes Obst. Wie Milchreis früher. machte mir meine Oma immer. Ich war zufrieden.

Wanderung zu Farm gestern

Nachmittag und Abend auf der Farm inkl. englisch Unterricht

Der heutige Vormittag….. frisch geduscht …. frisches Hemd