Schon anders die Lebensmittel….

25.1.2019 Kathmandu

Es ist kurz nach Mitternacht. So eben habe ich meine erste Backversuche für Weihnachtskekse beendet. Mehl, Butter und Zucker sind anders… der Teig verhält sich anders. Der Ofen auch aber… Ich denke es wird schmecken. Es berührt mich, dass ich nach den Rezepten meiner verstorbenen Oma hier in Nepal backe. Sie hätte sich grundsätzlich große Sorgen gemacht…. das ich so etwas mache … so eine Reise …. so ein Aufenthalt. Hätte ich ihr erzählt, dass ich ihre Hildertörtchen mache, dann hätte sie aber auch wie immer gesagt „MASCHA spare nicht an der Qualität der Himbeere Marmelade“. Hier gab es nur eine einzige Sorte. Ich musste am Einkaufsregal schmunzeln und dachte an Sie. Ich habe fast alles grundsätzliche bekommen an Lebensmittel … Hefe und Wachholder gab es da nicht. Ersteres für die Pizza …. da habe ich noch Hoffnung, es zu bekommen. Wachholder für den Honiglikör…. das wird schwierig… aber es wird sich etwas anderes finden. Jetzt muss das eine Dorf nur den Honig zusammen bekommen, dann machen wir Honiglikör ala Susanne.

Etwas absurd ist es schon, ich rede hier von Women Empowerment und Umweltabbeit und führe Kekse und Honiglikör ein. Mein Einkauf war reichlich, ich habe auch alles für Spaghetti Bolognese und griechischen Käse und Parmesan und Ahornsirup bekommen. Ebenso Olivenöl und Balsamico Essig. Aber alles nicht billig. Ich habe fast ein Monatsgehalt eines Nepali im Durchschnitt ausgegeben. Auch für mich mit meinem begrenzten Sabbaticalbudget eine kleine Herausforderung aber nur kleine und halbe Sache mache ich nicht gerne. Und die Menschen, die mir hier so viel geben und helfen, haben sich nun mal German Cookies und Spaghetti Bolognese, Pizza und so gewünscht.

Was die erste Runde backen betrifft, so dachte ich, ab 20.30 Uhr wird es in der Küche leer sein, doch die Neugier war zu gross und zog verschiedenen Familienmitglieder an. Wegen überfüllig geschlossen hätte an der Küche stehen können. Es wurde gelacht und neugierig geholfen, es war ein Event. Ich liebe Events.

Die Weihnachtsmusik kam gut an, den Sekt habe ich fast alleine getrunken und meine Weihnachtsmütze viel nicht weiter auf. Ist der Ruf erst ruiniert, so lebt es sich richtig ungeniert.

Im Einkaufszentrum gab es 2 mal Stromausfall… keine weiter Aufregung bei den Einkäufern, wozu gibt es die Taschenlampe am Handy. Ich habe eine Strickweste gekauft mit einem Europreis für 99 Euro und 900 Rupie für Nepal. Letzteres sind ca. 9 Euro. Gleiche Weste 90 Euro Unterschied. Hier brauche ich Schuhgröße 39 statt 38 und in dieser Grösse gibt es kaum welche… für Frauen….. zu gross. Verrückt. Das machte die Auswahl für die Schuhe schwierig, das es eine klare Eingrenzung von mir noch gab….. keine Stöckel bzw höhere Schuhe und keine Turnschuhe zum Kleid für die Hochzeit.

Der Weg zum Einkaufszentrum hin bin ich gelaufen. Habe der Müllentsorgung zu geschaut und gedacht… das ist und wird ein elementares Thema für Nepal werden. Der Kollaps naht hier, was mich traurig stimmt. Mitten auf der Strasse ein Tempelartiger Platz. Das muss doch zu Unfällen führen.

Heute war ich in Sachen Projekte etwas zu wenig am Start, was ich die nächsten Tage aufholen muss, sonst wird es zu stressig, wenn ich wieder auf der Farm bin. Morgen Abend nepalesische Hochzeit. Ich bin gespannt ud etwas nervös…..we will See.

Namaste Mascha

Einkaufszentrum und Impressionen

Ohne Licht

Familiäres Backen und mein Essenslager

Weihnachtsmusik