Die Maus. Die Tanzstunde. Wieso Nepal?

4.2.2019 ISARD Farm Nähe Bharabise

Total gerädert liege ich im Bett. Bin mitten in der Nacht aufgewacht und konnte nicht wieder einschlafen. Mitten in der Nacht wach liegen, lässt mich die Kälte noch mehr spüren. Die Maus des Zimmers ist heute besonders laut oder wahrscheinlich nehme ich sie heute einfach mehr war. Sie wohnt am anderen Ende des Zimmers … in der Wand hinter dem Schrank. Der Salamander wohnt hinter dem Bild neben dem Schrank. Beides stört mich eigentlich nicht aber gerade jetzt nervt es mich. Lesen macht die Hände kälter und so entscheide ich mich mir Kopfhörher in die Ohren zu stöpsel. Ich spiele meine Liste „Klassik für mich“ an. Die Musik beruhigt mich, zwar schlafe ich nicht direkt aber ich geniesse die Musik. Vielleicht habe ich mich einfach zu wenig bewegt. Ich war zwar joggen aber sonst viel Hängematte. Ein ganzes Buch gelesen, mit der Heimat telefoniert und Vorbereitung für die Projekte gemacht. Obwohl ich mir bisher alles gut merken konnte und nur Notizen während den Meetings hier und da gemacht habe, um die Details mit Gopy und Co. nach zubesprechen, habe ich mir gestern eine paar Prio Punkte für die Abstimmung mit Gopy und Namarrajh gemacht, die heute wieder kommen. Heute geht es nach einem ruhigen Wochenende mit den Ladys wieder richtig los. Alle Reisen an. Mich wundert es immer wieder, wie ich mir für die Projektplanung oder aus Gesprächen alles so gut merken kann aber Namen oder Vokabeln, da ist mir Gehirn ein Sieb.

Draussen nimmt der Geräuschpegel zu. Ich bleibe liegen. Schreibe mit Musik im Ohr weiter. Das tippen auf Smartphone fällt mir immernoch schwer. Ich habe noch nie viel auf dem Smartphone geschrieben. Muss man sich mal überlegen, erst durch Nepal werde ich digitaler. Ein Blog und Whatsapp… beides vorher unvorstellbar für mich.

Ich wurde gefragt, ob ich mal schreiben kann, wie ich auf Nepal kam und zur Zusammenarbeit mit dem Verein Carisimo und der nepalesischen NGO ISARD. Klar.

Nepal. Also ich wollte ein buddhistisches Land und ein Land mit Bergen in denen ich wandern kann. Also im Netz gesurft, ich habe mir viele Bilder angeschaut und die von Nepal haben mich am meisten angesprochen. Ich suchte Wochen nach einer zu mir passenden Organisation. Es gibt viele Organisationen, viele mache damit mittlerweile Geld. Volunteer Business. Viele junge Menschen wollen nach der Schule reisen, was erleben und gerne sich auch engagieren. Da sie oftmals sehr jung und reiseunerfahren sind, gibt es Organisationen bzw. Firmen die sich auf darauf spezialisiert habe. Ehrenamt in einer Schule, Landwirtschaft, Kinderheim etc. Ich möchte das nicht bewerten aber definitiv war es nichts für mich. Zur kommerzialisiert und organisiert. Gefühlt engte es meinen Freigeist ein. Ebenso die Programme der UNO oder SOS Kinderdorf. Viel viel Verwaltungssachen vorab. Die Bewerbungsplattform für ein Volunteer Job der UNO ist zum abgewöhnen (vielleicht bewusst?). Ich war nicht sehr zufrieden. Die Emailwechsel mit Caritas und Roten Kreuz brachten keinen guten Ansatz … für Nepal und dem was ich wollte. Ziemlich deprimiert und genervt landete ich zufällig auf der Seite von dem Verein Carisimo, keine sexy Homepage, keine Aufruf für Volounteersarbeit und alles sehr ehrenamtlich wirkend. Ich schrieb die Vorsitzende an und nach wenigen kurzen Mailwechsel hatte ich ein gutes Bauchgefühl. Das organisieren eines Treffen war dann etwas komplizierter aber es lohnte sich nach München zu fahren. Wir hatten da direkt eine Telefonkonferenz mit Bivas, dem Direktor von ISARD und Gopy. Beide Fussballfans…. naja halt von Liverpool und Real Madrid …. egal … und beide mögen Tischtennis. Mit Bivas habe ich schon in diesem Gespräch eine „Battle“ in Tischtennis zwischen uns ausgemacht. Wir haben vereinbart, das ich etwas Informationen vorab bekomme aber primär die Schwerpunkte meines Einsatz Vorort besprechen, nachdem ich mir einiges angeschaut habe. Also der Einsatz erst Vorort sich richtig gestaltet. Genau meins, etwas unklar was ich machen werde, keine grosse Bürokratik, kleiner deutscher Verein, eine kleine NGO Vorort, beides semiprofessionel wirkend und sympathische Menschen. Mein Bauchgefühl sagte klar und deutlich „machen“. Einige in Deutschland konnten nicht verstehen, wie ich in so eine Unklarheit reisen konnte aber mein Gefühl war eher „ich kann so meinen Einsatz selber viel mehr gestalten und eigene Schwerpunkte und Akzente setzen“. Für mich war es keine Unklarheit, sinder Freiheit. Wieso oft eine Frage des Blickwinkels. Und meine Bauchgefühl würde bestätigt: vollkommen. Nicht wunderlich für mich, da ich so gut wie alles aus meinem Bauchgefühl entscheide und ich mich darauf gut verlassen kann. Die Menschen von Carisimo von ISARD sind toll, zum Teil etwas eigen aber das würde ich von mir ja auch sagen. Passt alles sehr gut: Nepal, die Organisationen und die Menschen und ich. So das dazu.

Gestern war nicht mehr viel los … naja mit den Mädels gegessen. Sie Reis mit Daal und ich die Reste der Nudeln. Alles zusammen noch Brot mit ölessig Sauce und Nachtisch aus einem Pot. Gut und die nepalesische Tanzstunde, die die Ladys unbedingt wollten. Puh. Viel Armebewegung nach oben. Meine Armmuskeln haben etwas Muskelkater. Die Musik … Richtung indisches Bollywood. 😂😉

Morgendliche Grüsse!

Namaste

Mascha

P.S. der Hahn hat kein Langzeitgedächnis. Ich wurde tatsächlich um 8.25 Uhr auf meinem Weg zum ersten Tee angegriffen… aber ich war schneller … gekonnte Drehung nach links …. mit dem rechten Fussspan…. zack….nicht zu fest aber gezielt…. und er machte eine Satz nach vorne. Ob er es lernen wird während ich hier bin, mich nicht anzugreifen? Schon gar nicht von hinten.

Easy Going