Tatsächlich wärmer. Balanceakt.

6.2.2019 ISARD Farm bei Bharabise

Es ist unglaublich aber ich habe heute Nacht geschwitzt. So sehr, dass ich eine der Zusatzdecken über meinen Schlafsack wegschieben musste. Ich wache auf und die Nasenspitze ist nicht mehr so kalt, dass man einen einen Aperol Spritz im Sommer damit kühlen könnte. In mir steigt die Hoffnung, dass es wirklich Frühling wird und es weniger kalt Abends und Nachts wird. Schon gestern Abend beim Grillen musste ich keine 6 Schichten anziehen. 4 reichten.

Ich sitze jetzt geschwitzt nach diversen Badmintonrunden um 8.20 Uhr glücklich und zufrieden bei meinem morgendlichen Tee.

Gestern war ein intensiver Arbeitstag im Büro. Es ist immer wieder ein Balanceakt für mich, wie viel Mascha Management und deutsche Struktur und Genauigkeit bring ich ein bzw. setze ich durch. Ich habe sowohl von Bivas dem Direktor der nepalesischen NGO und Carisimo dem deutschen Verein eine aus meiner Sicht klare Richtung für meine fünfmonatigen ehrenamtliche Zeit hier in Nepal bekommen: mehr Struktur, zielgerichteter, bessere Kommunikation und Dokumentation. Die Herausforderungen ist das richtige Maß zu finden und die richtige Art. Es ist keine Unternehmensberatung und die meisten Menschen hier sind Todo Listen, Projektplanung und straffe Zeitschienen nicht gewohnt… auch nicht mal eine klaren direlten Ton ohne viele gerde dazwischen. Sie haben ihre eigene Art und viele Projekte in der Vergangenheit zum Erfolg gebracht.

Wir haben uns angewöhnt manchmal bei der Planung uns auf Nepali Way oder German Way zu verständigen. Nepali Way bedeutet, es kann sich auch um Stunden oder Tage verschieben…. German Way .. genau wie geplant. Selbst ich lebe nach diesen Optionen mehr und mehr und das mit Vergnügen. Es entstresst ungemeine, wenn hier und da auch mal Nepali Way gelebt wird. Nur Nepali Way stresst dagegen. Ein Balanceakt, es geht hier nicht nur um Geld, sondern auch um Menschen, die keine Schule, Alterstagesstätte etc haben. In einem Monat reisen zwei junge deutsche Volunteere an, die in der Schule unterrichten wollen. Ohne richtige Schule und richtigen Schlafplatz für mehrere Wochen in dem Dorf, wird das nicht wirklich gut gehen. Ein Monat noch. Puh. Gestern beim internen Meeting zwischen Gopy, Namarajh und mir sind wir uns einig, wir hängen hinterher. Der Chef der Baustelle meidet mich, er kann seine Versprechen nicht halten. Non-Kommunikation ist da keine Lösung. Heute wandern wir wieder 3 Stunden zur Dorfschule. Wenn ich wieder in Deutschland meine Dienstreisen mit Zug oder Flieger antrete anstatt zu Fuss, werde ich mich immer an meine Dienstreisen in Nepal erinnern. Die Sonne fängt an mir auf mein Haupt zu scheinen. Auch die Tage werden länger. Frühling. Meine Notizen liegen neben mir. Wie in Deutschland chaotisch. Selbst für mich kaum lesbar aber Gopy spürt, das seine Notizen nicht reichen. Er lernt aber mit jeden Meeting und jeder Coachingeinheit. Ein Prozess.

Wir haben gestern alles genau besprochen…. German Way… 3 eng getaggte Tage liegen vor uns. Heute will ich das erste mal Projektmanagement an der Baustelle mit Visalierung anfangen. Plakate bzw. Poster. Gemalt und nicht gedruckt. Letzteres geht hier im Dorf gar nicht. Ich bin gespannt, ob Gopy und Namarajh sich an die Planung und Vereinbarungen halten. Und wie das Meeting mit den Hauptpersonen / Stakeholdern vorort verläuft. Die Planung für Februar ist eng aber das Budget lässt kaum Raum. Entweder drücken wir es durch oder es gibt ein Baustop bzw Einkaufsstop für viele Dinge. In Nepal normal …. so verschieben sich hier Projekte um Monate…. Jahre…. darunter leidet die Qualität….die Personen für die die Bauten und auch die Wirtschaft. Zwar sind Nepalesis sehr leidensfähig aber wirklich gut es nicht. Ein Balanceakt.

Hier auf der Farm werden gerade Samen für die nächste Saat vorbereitet… Tomaten… Zucchini, Chili, Kürbis etc. Es wurde ein Glashaus gebaut. Das Erste hier. Wir … also eher Svenja von Carisimo überlegt, welche Samen man aus Deutschland mitbringen könnte. Ich bin für diese fachliche Diskussion die Falsche … ich habe weder Ahnung von Pflanzen und auch keinen grünen Daumen. Ich überlege wie ich eine effektive Abstimmung zwischen den Fachexperten am besten hinbekomme…. Telekonferenz, andere Kulturen und die Fachexperten in Nepal sprechen kein Englisch… aber so etwas kann ich eigentlich gut… das wir trotz dieser Herausforderungen zu einem guten Ergebnis kommen. ABER das muss warten, Dienstreise über 4 Dörfer in 3 Tagen an. Alles zu Fuss. Ich freu mich. 9 Uhr und nur zwei Schichten an. Die kurzen Hosen werden diesen Monat noch zum Einsatz kommen. Ich freu mich noch mehr.

Wärmende Grüsse für Geist und Körper nach Deutschland aus dem frühlingshaften Nepal.

Namaste
Mascha

Mein Zimmerkollege zeigt sich mal wieder

Sport vor der Arbeit in der Schule auf der Farm

Ich warte auf die Ladys

Ich zum Büro, die Ladys zum shoppen

Bürotag

Einkaufsteam und mitten auf der Einkaufsstrasse

Samen fertig machen und Samenchefin

Samenchefin und Vertretung… die muss ich mit Svenja zusammen bringen…

Beide etwas schüchtern….