Wir waren gut. Mit Luft nach oben.

6.2.2019 Bergdorf Chokati

Sitze etwas müde in einer der Häuser hier…… hier werde ich heute übernachten. Da das Haus ein Kiosk hat…. mit Alkoholverkauf, wird hier eigener Schnaps hergestellt. Man riecht es. Zum Glück habe ich überhaupt keine Neigung für Schnaps. Ich werde nicht mehr gefragt, ob ich mal probieren will. Mir tut meine Achilessehne weh. Bisher hat sie beim wandern sich nicht wirklich zu Wort gemeldet aber heute zickt sie schon seit Anfang des Aufstiegs rum. Und ich habe die Voltarensalbe nicht mit genommen

Die letzten Meter sind wir in einem Jeep mit gefahren. Stehend draussen. Wir wurden durch geshaket und ich machte mehrmals Bekanntschaft mit der Abgrenzung des Jeeps gemacht. Die blauen Flecken werde die nächsten Tage ein Teil von mir sein.

Das positive habe ich erst beim aussteigen realisiert. Im Jeep sass die Richterin, die für diese Gegend zuständig ist. Wir hatten sie das letzte mal zufällig kennen gelernt. Sehr Herzliche Begrüßung. Gopy hat jetzt ihre Nummer. Wir werden das nächste mal besuchen …. ich bin gespannt auf die Gerichtsfälle eines Bergdorfes. Sie ist auch Vorsitzende des örtlichen höchsten Committees. Hat bestimmt was zu erzählen.

Nachdem wir uns verabschiedet haben, stelle ich die Frage in die Runde, wie es kommt das momentan so viele Frauen in Führungspositionen in Nepal gibt…. die Nepalelsichen Präsidentin, bis vor kurzen war die höchste Richterin eien Frau (Rente), ISARD hat eine Präsidentin…. es startet eine kleine Diskussion, die erweitert wird, als die Picknickrunde sich vergrössert. Die meisten meinen, dass die Gesetze sich in den letzten Jahren geändert haben… Gleichberechtigung…. ausserdem haben die vielen internationalen NGOs viel Womenempowerment Arbeit geleistet. Und die vielen weiblichen Volunteers in den letzten Jahren. Ich habe ergänzt, dass die Kriege die Menschen nach Ruhe sehen. Weniger laute Politik. Zwei Personen … man vertraut eher Menschen, die weniger Alkohol trinken und weniger bestechlich sind. Letzteres haben Männer gesagt. Ich werde die Richterin dazu auch befragen.

Ich hatte für mehrere Tage was zum Picknicken eingepackt. Es wurden immer mehr Leute und jetzt ist fast alles weg aber alle hatten viel Freude dran.

Wir verliessen die zentrale Picknickstelle. Zu viele Menschen und wir wollten uns intern noch abstimmen. Das interne Meeting war gut. Ich versuche Projektmanagement, Abstimmung und Kommunikation vorzuleben und ganz praktisch es zeigen. Ich visualisieren un male viel. Ich mache leichte verständlichen Dokumentationen. Ich wende die Methode aktives Zuhören an etc. Wir sind jetzt für das Meeting mit den Hauptpersonen der Baustelle gut vorbereitet. Zeitschiene, Rolle Prio. Ich bin zufrieden.

Vor dem Meeting unterhalte ich noch etwas die Kinder, die um die Baustelle herum wohnen. Oder sie unterhalten mich. Jedes mal etwas weniger schüchtern. Aber mit Kekse und Luftballons lebe ich aktiv kindliche Bestechung.

Die Baustelle geht voran aber zu langsam. Wir haben klare Prios intern beschlossen. Den Ablauf der nächsten Abschnitte geändert. Zwei Meilensteine für Februar definiert. Alles das trägt Namarajh als höchster ISARD Repräsentant im heutigen Hauptmeeting vor. Ich lasse es mir nicht übersetzen. Ich fühle genug Vertrauen, das er sich an unsere abgestimmtes Vorgehen hält. Ich bereite in der Zeit die Visualisierung des Vortrags von Namarajh auf Plakaten vor. Wir hatten vereinbart, dass ich diese dann am Ende in der gesamten Runde erläutere mit Gopys Übersetzung. Die Plakate habe ich auf die Rückseite des provisorischen Tafel der Schule aufgekleppt und da sollen die Ziele und erreichen der Meilensteine auch hängen bleiben . Die ISARD Mitarbeiter vor Ort können so die Tafel immer wieder umdrehen und erläutern und auf mich bzw. Verweisen. Meine Rolle die strenge pünktlichkeits erwartende Europäerin. Ganz passt mir die Rolle nicht aber sie ist naheliegend. Aber wenn ich wieder weg bin….. ? Jett ist mir die Fertigstellung der Schule wichtiger als die Zukunft, wenn ich weg bin. Am Ende die entscheidene Frage an das Führungsteam der Baustelle: Sind sie mit der Änderungen und dem Zeitplan einverstanden – Ja oder Nein. Jetzt ist der Moment zu wiedersprechen. Nepalesi wiedersprechen nicht offiziell. Ich überlege. Nepalesisches Ja kommt… der Kopf leicht hin und her geneigt. Dieses ja ist keine Verbindlichkeit. Ich lasse Gopy übersetzen, das ich als emotionaler Mensch gerne ein klareres Ja oder Nein vernehmen würde. Es wird geschmunzelt. Das ISARD Kernteam übernimmt, sie sagen Daumen oder runter und klatschen und machen es vor. Das Führungsteam der Baustelle übernimmt diese Gestik. Am Ende klatschen wir alle. Gut aber nicht sehr gut. Namarajh spricht später genau das aus, was ich auch dachte: es wurde zu wenig gefragt, zu wenig diskutiert. Wir beschliessen, dass Namarajh spontan auch hier übernachtet und morgen noch mal im Detail über die geänderte Planung spricht. Hier kommt die nepalesische Übernachtungsart zu gute. Man schläft meistens in den Sachen die mann auch an hat, wenn man unterwegs ist. Ich mache das nicht…. Ich trage viele warme Schlafsachen, daher brauchen ich immer einen größeren Rucksack.

….. schlafe einfach ein…. ignoriere die grosse Spinne direkt an meinem Bett und das es muffelt.

Nächster Morgen:

Mein linke Achillessehne schmerzt und es regnet. Ich habe keine Regensachen mit, zu schön gestern das Wetter. Anfängerfehler eines Wanderers.

Ich denke gestern lief es wirklich gut …. sowohl das interne Kernteammeeting als auch das Meeting auf der Baustelle. Gopy meinte zu mir, er hat wieder viel gelernt. Es freut mich. Sehr sogar. Ich sage ihm, wir haben es gut alle zusammen gemacht aber haben noch Luft nach oben.

Der warme Tee wartet.

Namaste

Mascha

P.s. der Stromausfall mehrfach am Tag und Abends wird hier immer mit stoischer Ruhe hin genommen.

Wandern zum Bergdorf

Kürzer Jeeptrip und die Richterin

Picknick

Internes Meeting

School, Kids and Meeting