Die Reismaschine, der Ehestreit und der 100-Jährige

11.02.2019 Bergdorf Gorthali

Es gibt hier Tage, die Folgen der deutschen Tagesplanung aber es gibt auch Tage wie heute, da ist der Nepali Way angesagt. Der gemietete Jeep inkl. Fahrer sollte uns und die Reismaschiene um 11.00 Uhr abholen. Er war um 11.45 Uhr da. Jetzt geht’s los. Falsch gedacht223w3, schon nach 15 min. hielten wir wieser an und der Fahrer sagte, er muss zur Werkstadt. Also warteten wir auf den Jeep. Ich konnte in der Sonne sitzen, es war warm und ich beobachtete das Gewusel auf der Strasse. Gopy erzählte das eine Regierungskrise enstanden ist, da die eine kommunistische Gruppierung, sich von der anderen trennen will. Egal welches Land. Stabiler Regierungsarbeit ist Mangelware.

Nachdem der Jeep wieder da, führen wir los. Ich saß hinten und draussen. Egal wo man in einen Auto auf Strasse in den Bergen fährt, blaue Flecken gibt es immer. Eben nur immer woanders. Ich genoss die uns wieder wohlgesonne Sonne und freute mich an der Natur. Durch den Regen der letzten Tage, keine staubigen Strassen. Und wir fuhren so hoch in die Berge, dass die Schneegrenze und immer näher kam bzw wir ihr. Auf halber Strecke mal wieder Nepali way of Life. Strassenreperaturen…. keine vorherige Warnung…. wobei wir einen anderen Weg so oder so nicht nehmen konnten…. also warteten wir. Die Männer der Schöpfung beobachteten gebannt den Bagger. Ich genoss die Sonne.

Zwischendurch stiegen immer wieder Leute eine …. es wurde voll. Im Verlauf waren wir 11 Personen hinten und drinnen 7. Naja gut. Der Jeep kämpfte sich Meter für Meter nach oben. Endlich angekommen, weiter ging es nicht, den die Strasse endete hier, wurden wir von einem dutzen Menschen empfangen. Ich war mir nicht klar, was für ein Schauspiel ich gleich erleben konnte bzw Teil davon war. Kurz nachdem wir die Schule besuchten und ich gebeten wurse eine die geschenkten Sachen zu überreichen, sollte ich Teil der offiziellen Dorfversammlung werden. Mit Teilnehmerliste, Protokoll und Agenda. Es gab zwei Punkte auf der Agenda: 1. Feierliche Begrüßung der Gäste und 2. Die Reismaschiene.

Nachdem wir uns alle mit Namen vorstellen… ich mischte noch ICH MAG NEPAL auf nepalesich dazu.. bekannt der Agendapunkt 1.

Also die feierliche Begrüßung bedeutet für uns div. rotw Punkte auf die Stirn, der letzte wurde von einer beschwipsten Dorfbewohnerin uns aufgeragen und sie bemalte im Grunde unser ganzes Gesicht. Dass das keine Absicht war, erfuhr ich erst später. Meine Nase ist jetzt noch ganz rot. Diverse Schals und Blumenumhang gehörten eben zum Ritual. Ende des ersten Akt des Schauspiels.

Danach begann der 2. Akt und der ging im die neue Reismaschiene. Die Kernfrage: Wer sollte für das Dorf die Maschine bekommen … sie pflegen und den Service anbieten. Erst war es eine ruhiges Gespräch. Die beschwipste Frau mischte sich aber immer lauter und vehementer ein. Ihr schien was nicht zu passen. Der Typ, der die Maschine wieder bekommen soll, sei nicht zuverlässig und dauernd betrunken. Der Vorwurf der beschwipsten Frau. Dieser Typ kam später dazu und die Diskussion würde immer heftiger. Ee Mann und die Frau, beide betrunken stritt sich vehement. Die gingen sich fast ab die Gurgel. Irgendwan zitiert Namarajh beide zu sich und setze sich zwischen die beiden. Erst da erklärte mir Gopy, das die beiden Streithähne Mann und Frau sind. Du meine Güte. Ich erfuhr, das die Frau darum bat, das ihr Mann nicht wieder die Maschine bekommt, da das Dorf mit ihm unzufrieden ist und dann zu ihr kommen und sich beschwert. Er wollte die Maschine aber unbedingt wieder haben. Er versprach Besserung. Die Dorfvorsteherin redete auf ihn ein …. Deine letzte Chance. Alles wurde im Protokoll notiert und Zeugen benannt. Einer davon Mascha Lentz aus Germany. Also verewigt im Dorfprotokoll zum Thema Reismaschine. Ich sehe mich schon beim Schadungsfall nach vor Gericht zitiert zu werden.

Also ich dachte jetzt geht es zum nächsten Dorf … via pedes…. zur Schlafstätte, sollte ich eine Person noch kenne lernen und begrüssen. Und so stand ich wenige Minuten später einem kleinen buckligen aber sehr lebhaften Mann gegenüber. Mein erster 100-jährgr. 100 Jahre und 3 Monate. Wow. Ich war gerührt. Es wurde nicht viel geredet aver er lächelte und wir lächelten.

Nach viel zu süssen Tee und Keksen ging es dann weiter. Zu dritt. Drei Frauen. Eine kaum englisch sprechend und ich kaum nepalesi. Wir werden viel lachen.

Es er wirklich schön hier so weit oben…. auf dem Weg etwa Fussball gespielt. Mal wieder ein platter Ball. Ich habe zwei Tore geschossen. Einen daneben und keinen gehalten. Verloren. Macht nichts.

Das Übernachtungshaus. Wie immer bin ich vorgespannt wie es wird. Diesmal ….. nur eine funktionierende Glühbirne. Ein Wellblechhaus. Die Toilette gar kein Strom. Das Toilettenhaus so klein, das selbst ich mich bücken muss. Sauberer Raum. Essen nicht zu scharf. Saubere Vorplatz und ganz herzliche Gastgeber. Er später erfuhr ich, die Frau ist die Schwester von Gitta, der Köchin von der Farm. Beide habe das gleiche herzliche Lachen.

Es ist interessant in welchen Behausung Ich mich wohl fühle. Ich habe gelernt nicht nach dem äusseren alleine vorab zu bewerten. Steinhäuser…. grosse Häuser können viel weniger wohlfühlaspekt haben als ein Wellblechhaus. Do not judge a book by the cover…. heisst es doch so ähnlich in einem Song. Naja Menschen ja auch nicht.

Nicht desto trotz. Auf 2000 m …. fast an der Schneegrenze… kalt. Verdamg kalt. Hoffentlich friert mir nachts nichts ein.

Am Morgen: nicht erfroren. Toller Morgen so hoch, blauer Himmel und die Ladys alle gut drauf.

Kleiner Schock beim Zähne putzen…. die Wasserstelle wird von einer Schlange.. zwar eine die lächelt aber eine Schlange. Und das am Morgen. Danach fällt mir noch mein Handy in den Bach…. aber noch geht es. Als Frühstück bekommen wir Popcorn und etwas was ich nicht kenne aber schmeckt. Gleich geht’s los. reine Laufzeit heute ca. 4 Stunde plus Picknick.

Namste

Mascha

Spenden für die Projekte:
www.betterplace.org/p67782

Erläuterung Spendenaufruf:
http://maschasneu.land/2019/01/28/spenden-fuer-projekte-aus-maschasneuland-in-nepal

Auf dem Weg nach oben mit der Reismaschine – Nepali Way

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