Klein Tibet

19.2.2019 Kathmandu

Gestern schneller als gedacht in Kathmandu angekommen. Das wechselt von Sonnenschein zu Regen und zurück. Mein Hotel liegt dezentral. Ruhig. Kein Kathmandu Stress. Kein Staub. Ich würde sagen in eine Mittelschichtsviertel…. heisst Bodnath. Viele kleine sympathische Läden. Und überall in dem Viertel die bunten tibetischen Fahnen. Bund. Klein Tibet mit 50 tibetischen Tempel bwz Kloster hier…. also auch lauter Mönche…. sogar weibliche…. ich wusste gar nicht, dass das geht.

Zum Hotel später mehr …. schwierig aber typisch für Mascha. Ich habe später ein Termin mit dem Direktor.

Ich laufe etwas rum. Regen und Sonne. In einem kleinen typisch nepalesischen schnell Imbiss bestelle ich mir etwas warmes zu essen. No Go für Touristen…. aber mein Magen verträgt es. Der Inhaber ist total witzig, ich bitte um den WLAN Zugang und erwiederte der gehe leider nicht… ich frage warum… er erwiedert offen und ehrlich, er habe die Gebühren nicht gezahlt. Zu wenige Gäste in den letzten Tagen. Er sieht es gelassen und lacht. Nepalesi flirten gerne aber nicht aufdringlich.

Das Hotel liegt zudem ganz in der Nähe DEM buddhistische Pilgerortes Boudha… einer der grössten Stupas (buddhistischer Tempelbau) der Welt … ist UNESCO Weltkulturerbe. Mit einer Höhe von 36 Metern, und im 5. Jhr. n.Chr. gebaut, gehört zu den größten und ältesten seiner Art.

Buddhisten finden sich vor allem im Morgengrauen und zur Abenddämmerung bei dem Bauwerk ein, um es im Uhrzeigersinn zum umrunden (Kora). In Vollmondnächten (vgl. Vesakh-Fest) werden tausende Butterlämpchen auf den Terrassen aufgestellt.

Zwar sind viele viele Menschen da aber es stört mich nicht. Man spürt das mystische und spirituelle der Pilgerstätte. Plötzlich Tourist. Arrogant wie ich manchmal sein kann, denke ich, ich unterscheide mich von den anderen Westlern …. ich bin ja nicht nur zum Wandern für 2 bis 4 Wochen hier. Mir ist nicht mal genau klar, warum mir der Unterschied wichtig ist aber das Gefühl und der Gedanke ist da. Ich schüttel selber den Kopf über mich.

Ich gehen ganz langsam und sauge einfach dieses Menschenwirwar in mich auf. Ich habe jedoch nicht das Bedürfnis die Stupa wie alle anderen zum umrunden um oder drauf zu gehen. Ich will sie mir einfach anschauen und die Menschen dazu. Ich suche ein Cafe von dem ich aus mit einem Cappucino (die Sehnsucht steigt von Minute zu Minute) das Treiben beobachten kann. Auch bin ich natürlich einem Stück Kuchen nicht abgeneigt.

Beim überqueren eine Platzes stosse ich auf viel viele Tauben…. Klein Venedig. Der Taubenschwarm sitzt direkt bei ganz vielen Bänken. Alle verschissen… und ein Mädchen sitzt da mit Eimern von Maiskörner um die Tauben anzulocken. Muss ich nicht verstehen. Schade um die Bänke.

Plötzlich stehe ich vor einem Laden mit Postkarten. Das erste mal, dass ich Postkarten in Nepal sehe. Meine Non-Digitale Seele freut sich. Schwups gekauft. Im Cafe Postkarten schreiben. Herrlich.

Ich finde ein Cafe im ersten Stock mit Blick auf die Stuba. Sogar eine der Gebetsecken kann ich sehen. Mich lächelt das Auge der Stuba an. Erst in der Sonne dann im Regen. Und wieder Sonne. Während ich Postkarten schreibe, Kaffee und Kuchen geniesse und einfach mir das Treiben anschaue, macht ein Mönch seine Gebetspübungen…. sieht aus wie ein Yoga Sonnengruss…. die ganze Zeit…. immer und immer wieder. Dafür würde mit die Disziplin fehlen.

Auf dem Weg zum Hotel kommt mir das Hotelprobelem wieder in den Sinn und das Treffen mit dem Direktor. Stöhn.

Ich habe über BOOKING.com gebucht und bei der Darstellung des Gesamtbetrags bei dem Angebot ging was schief… es zeigte für 5 Nächte eine viel zu geringen Preis…. Meine Bauchgefühl sagte mir sofort… da stimmt was nicht. Ich überlegte beim buchen, ob ich das wirklich buchen sollte oder eine Rückfrage stellen sollte. Ich entschied mich gegen Rückfragen und für Buchung 84 Dollar für 5 Nächte in so einem Hotel…. unrealistisch. Ich schob das Problem auf… und jetzt ist es da. An der Rezeption sagt man mir…. Morgen. Auch gut. Ich gehe in einem richtigen Bett schlafen. Keine 6 Klamottenschichten. Nur eine Schicht. Normaler Schlafanzug. Keine Mütze. Keine Socken. Morgen warm duschen. Zu müde jetzt. Ich falle ins Bett. Weich und keine Holzbritsche mit dünnen harten Überzug wie auf der Farm oder den Dörfern. Eben ein richtiges Bett in einem richtigen Zimmer. Ich schlafe so gut …..

Der nächste Morgen ist da. Ich mache etwas Sport … Fahrradergometer. Gestern die lange Busfahrt… ich fühle mich steif. Tut gut. Sehr gut sogar. Meine Achillessehne dankt… mal nicht Wandern. Ich dusche gefühlt eine Stunde. Warmes Wasser. Angenehmes Bad. Keine Schimmel. Keine Spinne. Sauber. Warm.

Das einzige was nicht dreckig an Klamotten ist und nicht stinkt ist das Kleid. Angebracht für das Gespräch mit dem Direktor. Dieser hat das problem sofort erkannt. Er meinte, das müsse ich mit BOOKING com klären. Ich weiss, mit den was klären bedeutet lange Warteschlangen am Telefon und emails ins 1000fache. Er bestätigt mir das. Weder er noch ich wollen das wirklich. Er fragt mich, was ich hier mache…. ich erkläre es ihm. Ich frage ihn, ob es eine Lösung geben kann, die für ihn und das Hotel ein guter Kompromiss ist. Sei Vorschlag ist, wenn er eine Bestätigung von der nepalesischen NGO bekommt, gibt er mir einen Sonderrabatt …. weil ich mich für NEPAL engagiere…. udn wenn ich die Gebühr von BOOKING.com voll zahle. Ein faires Angebot. Immer noch viel Geld für mich im Rahmen das Sabbaticals und keinem Einkommen aber aber …. ich will nicht umziehen bzw neues Hotel suchen…. und ich brauche mal ein paar Tage westlichen Standard mit dem Fahrradergometer und in diesem Viertel. Luxus pur. Zudem ausziehen nach dem Angebot, fände ich extrem unhöflich …. der Direktor war extrem höfflich… ruhig, gelassen, direkt, klar in der Sache und eben sehr freundlich. Eine gute Mischung. Deal. Ich schlag ein. Er lacht.

Die Sonne kommt raus. Der Tag ruft. Wäsche weg bringen … das ist hier echt billig und die Sachen werden sauberer als wenn ich das mit kalten Wasser und mit den Händen machen. Die Klamotten haben es bitter nötig.

Ich freu mich auf den Tag. Auch wenn das eine oder andere erledigt werden muss.

Namaste

Mascha

Viele Impressionen von klein Tibet und der Stupa





Der betende Mönch

Film

Mal wieder frisch geduscht …. warm.. und geföhnt …. fühlt sich grossartig an…

Luxus