Entschleunigung. Zufrieden und glücklich.

18.02.2019 Kathmandu

Garnicht gefroren heute Nacht. Ich hatte eine kurze Hose an. Ist das zu glaube. Ich wollte nicht besonders mutig sein. Alles andere ist zum waschen. Ist mehr erst aufgefallen als mich abends umziehen wollte. Zweite Bettdecke war aber eine gute Entscheidung. Egal ob Nepal, Mongolei… oder Südfrankreich oder Schweden…. das Thema frieren begleitet mich. Ich bin einfach ein Weichei bezüglich Kälte. Und fahre im Winter nach Nepal. Darüber hatte nur begrenzt nachgedacht als ich mein Sabbatical und die Zeit in Nepal plante. Ausserdem… 5 Monate nirgendwo, das muss es ja mal kälter sein. Die Jahreszeiten habe ihre Berechtigung … ohne diese wäre es doch trist .. und die Freude auf den Frühling ist da und nach noch mehr Wärme, auch nachts steigt…. Sommer…. und der Herbst folgt ala Mascha Kaleko …

Dass Herbst dem Sommer folgt und Lenz dem Winter,
gefällt mir wohl. Da steckt ein Sinn dahinter.
Wenn auch die Neunmalklugen ihn nicht sehn.
Man kann nicht alles mit dem Kopf verstehn!
Ich freue mich. Das ist des Lebens Sinn.
Ich freue mich vor allem, dass ich bin.

Was sonst so war …. ich haben im guten Bett ein Mittagsschlaf gemacht und bin wieder zum Boudha Tempel. Wieder ein Cafe. Wieder Cappucino und Kuchen und mal Mailpostfach in Ruhe aufgeräumt, und Konto überprüft … Exeltabellen und Notizen für sortiert für hier. Homeoffice im Cafe 😂😎. Und im Internet gestöbert. Einfach entschleunigt.

Die Legende der Stuba. Ein König baute eine besondere Wasserstelle aber es floss kein Wasser. Ein Astrologe meinte, es müsse eine Menschenofter mit besonderen Fähigkeiten geopfert werden. In Betracht kam nur der König selber oder seine Söhne. Der König wurde geopfert (sein Befehl) und angebliche flog der Kopf in naheliegenden Tempel (das Legenden oft so grausam sein müssen?!). Die Söhne trauerten und beschlossen eine monumentale Stupa zu bauen. Sie liessen eine heilige Henne in die Lüfte und da wo sie als erstes landet, sollte die Stupa gebaut werden. Jetzt steht sie seit über 2000 Jahren in Bodanath. Ich habe eine Henne noch nie wirklich fliegen sehen. Aber es war ja eine Heilige Henne und vielelicht hatten die Hennen damals noch andere Fähigkeiten.

Beim rum schlendern sah ich lange einem Maler auf einem Gerüst zu. Abgesehen davon, dass das Gerüst niemals irgendwelchen deutschen Sicherheitsvorkehrungen entsprach… es war auch nicht wirklich ein Gerüst… egal…. jedenfalls malte der Maler das Haus Grellgelb an. Nepali lieben neben der heiligen Farbe Dunkelrot, grelle Farben… besonders bei Häusern. Ich werde mal eine Zusammenstellung nur der Häuserfarben machen. Ungelogen, ich schaute dem man fast 15min zu. Entschleunigen pur. Ich fühle mich zufrieden und glücklich. Die Projekt auf dem Land sind eine Herausforderung, die Einfachheit hier und da ebenso und ab und zu die Stadt Kathmand eine andere Welt. Aber alles fühlt sich richtig an.

Abends bei Gopys Familie zum Abendessen eingeladen. Wir hatten uns in dem Laden von seiner Frau getroffen. Sie hat ein Kosmetikshop. Ich empfinde es als Privileg so viel von der einheimischen Welt mitzubekommen. Es gab Dalbhat mit viel Gemüse … nicht so lange gekocht. Das haben sie für mich gemacht. Kind erst schüchtern aber das legte sich schnell. Schöner Abend.

Heute morgen noch mal Sport. Skuril. Aber jetzt bin ich in dem Hotel, da will ich es auch nutzen. Als ich duschen wollte…. kam kein warmes Wasser. Ich ließ bestimmt 5 min das Wasser laufen aber es wurde nicht warm. Da stand ich nun unter der Dusche… nass geschwitzt… raus aus dem Bad und Rezeption angerufen (vorher was angezogen… ein Traum wieder in die verschwitzten Sachen zu steigen). Die junge Damen die kam, stellte das Wasser an…. wartete mindestens 10 Minuten und dann kam das warme Wasser. Geduld. Geduld. Geduld. Wassermangel ist hier nicht das Thema. Verfroren duschte ich gefühlte 30 Minuten (übertrieben).

Gleich geht es zum Visa Office. Ich muss eine Verlängerung beantragen und ich bitte zu registrieren: nicht auf die letzte Minute. Habe ein 90 Tage Visa und bin ca. 40 Tage hier. Mehr als die Hälfte noch Zeit. Wesens- veränderung … ich schüttel über mich selber den Kopf. Wie das wohl wird… sehr unterschiedliche Sachen über die Behörde gelesen. Von „mega freundlich“ bis „muss man bestechen“. Vielleicht sollte ich den letzten selbstgemachten Honiglikör von Susanne mitnehmen. Ich verwerfe den Gedanken schnell. Zu schade für Bestechung. Und außerdem, ich habe ja Zeit… wenn es heute nicht klappt, dann komme ich einfach öfters zum ausdiskutieren wieder. Deutsche Behördenmitarbeiter fanden es hier und da nicht so gut, wenn ich öfters zum ausdiskutieren wieder kam. Ich glaube, sie fanden das anstrengend. Gute Argumente, gute Laune und Geduld (schreib das wirklich ich) statt Bestechung.

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Mascha

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