Not ist nicht gleich Not. Sex ist nicht gleich Sex.

22.2.2019 ISARD Farm bei Bharabise

Heute wurde es deutlich wärmer. Ich sitzen 20.00 Uhr in Flip Flops hier… die Füsse sind nur etwas kalt. Müsste einfach Socken holen.

Heute war ich mit dem ehemaligen ISARD Chef… „der Vater von ISARD“… und einem ISARD Mitarbeiter, in einem Dorf, dass ich noch nicht kannte. ISARD unterstützt das Dorf im Rahmen eines Landwirtschaftsprojekt seit ca. 1 1/2 Jahren. Das Dorf besteht aus ca. 100 Häusern und ist in 4 Gruppen aufgeteilt. Diese Gruppen bewirtschaften mit Unterstütung von ISARD die jeweiligen Felder als Team. Ein sozialistischer Ansatz.

Es gab wie üblich eine Planungstreffen. Vorher gab es, da Gäste da waren… der ehemalige Chef und ich …. eine Willkommenscermony. Und dann konnte ich in doppelter Hinsicht zeigen, dass ich etwas gelernt habe.

1. Ich konnte mich komplett in nepalesischer Sprache vorstellen.

2. Bitten für Spendengelder, erst mal hinterfragen.

Ich bekomme hier viele Anfragen… für weitere Schulen, Wasserleitungen, Strassen etc. Ich verstehe es zum Teil. Ich komme aus einem reichen Land … arbeite ehrenamtlich für eien NGO… die haben Geld. Hier glauben gerade die Dorfbewohner, dass „wir“ unendlich viel Geld haben.

In dem Dorf wurde auf mehrfachen nachfragen von mir, als Priorität geantwortet: eine Wasserleitung für 7000€. Wasser ist aus meiner Sicht etwas sehr wichtiges und ich zucke zusammen. Denke aber auch, hier gibt es doch ein Landwirtschaftprojekt…. hier muss es Wasser geben? Später beim rum gehen, sehen auch funktionierende Wasseranachlüsse. Ich frage immer weiter nach und am Ende sage ich, bespreche ich mit ISARD bzw. Namarajh – Manager von ISARD. Als ich Ihn am Nachmittag beim Picknick treffe (verspätete Mittagspause), meinte der „keine Priorität“… wie haben hier schon 14.000€ investiert. Das Wasser reicht. Der Rest ist Luxus. Klare Aussage.

Und hier kommen wir zum Punkt: Verhältnissmässigkeit. Es ist menschlich, das einzelne Dörfer erst mal sich sehen. Sie leben oder arbeiten nicht in den anderen Dörfern. Sie wissen nicht, wo es mehr Probleme gibt. Mehr Bedarf ne Not gibt. Hier fehlt es bei den Hilfegerufen oft an Verhältnismäßigkeit. Genau hier bedarf es eine vertrauenswürdige lokale NGO, die die Anliegen div. Dörfer im verhältnis sieht. Not ist nicht gleich Not bzw. auch Not bzw. Hilfegerufe muss man priorisieren. Diese Wasserpipes werden erst mal nicht unterstützt. Das Dorf bekommt dieses Jahr Unterstützung für weitere Samen für High value Pflanzen wie Kaffee, Orangen etc., Tomaten- und Pilzzelte und es soll getestet werden, ob Kiwi und Avocados gehen. Ich bin skeptisch aber manche Dinge muss man ausprobieren.

Mit dem ehemaligen ISARD Chef ist es sehr witzig. Er fragt, ob er mich privates fragen darf. Ich sage nur zu und dann legt er los… hätte ich dss geahnt … Job, Liebesleben und Familie … was arbeitet mein Vater, was meine Mutter, wieviel Geschwister, habe ich einen Freund…. kaum zu stoppen. Ist ja alles bei mir nicht so einfach zu erklären. Das in englisch und er spricht es etwas schlechter als ich. Kurze Sätze. Einfache Erklärungen. Am Ende hat er gelernt, was ein One Night Stand ist, das ich ein Kind aus der Hippie Zeiten bin und mehrer Eltern habe. Jetzt gibt es hier neben Nepali Way und German Way auch Hippie Way (das war leichter als 68er zu erklären). Wird sicher hier auch bald von einigen genutzt werden … Hippie Way. Da kommen noch Fragen. Ich schmunzel. Auch eien Form von Emanzipation. Ich hätte das von alleine nicht erzählt aber wenn man gefragt wird und ich will ehrlich sein. Aber so habe ich auch erfahren, das es hier Glaubensrichtungen gibt, die der Ansicht sind, die Astrologie bestimmt, wann die richtige Zeit für guten Sex ist. Sex ist ja nicht gleich Sex. Der Umgang mit Sex ist hier sehr unterschiedlich, ob Stadt oder Land …. und Kastenabhängig. Das hier wie Indien, das Land von Kamasutra ist…. fällt mir schwer vorzustellen.

Beim Picknick philosophieren wir über das Leben und machen uns dann wieder an die Arbeit: Finanzen Schuldprojekt unser Lieblingsthema. Jetzt wollen sie es richtig machen…. und so schauen 8 Augen gerade drauf. Wir werden das Problem der zu hohen Kosten lösen und daraus lernen. An Fehler kann man am praktischsten erklären.

Morgen treffe ich die Richterin … the judge… aus dieser Gegend und dann geht es zur Schule. Meilenstmeeting 1. Bald … in zwei Wochen… kommen die beiden deutschen Volounteere…. die wollen unterrichten und sollen in der Schule schlafen. Wird es klappen. Es bleibt spanned.

Namaste

Mascha

Finanzen… 8 Augen Prinzip am Abend

Picknick und das Leben

Besuch im Dorf