Zu tiefst beeindruckt….

24.02.2019 Bergdorf Sunkushi

Wir haben den gestrigen Nachmittag und Abend bei der Richterin verbracht. Ich bin wirklich zu tiefst beeindruckt. In einem kleinen Dorf aufgewachsen, Schule bist zu 6. Klasse, verheiratete mit 16., von zu Hause in eine ganz andere Region umgezogen, Mann gewalttätig und psychisch überlagert…. sie war schüchtern, einsam und hatte viel Angst als sie eine junge Frau war.

Aber in ihr war immer der Gedanke, ich will nicht das andere Mädchen das auch so erleben. Ich will mich wehren und andere Frauen soll sich auch wehren. Als die Kinder noch kleine waren, hat sie sich primär noch um die Eltern und die Kinder kümmern musste und lebte noch angepasst. Sie ist jetzt 36 Jahres und mit Ende 20., hat sie angefangen sich intensiv zun entwickeln. Ging auf von der lokalen Regierung organisierte Workshops… keine Gewalt gegen Frauen in der Ehe etc. Vor 6 Jahren machte sie eine japanisch geförderte Ausbildung zur lokalen Richterin und ist nun die Vorsitzende der lokalen Richter hier. Der depreasive Mann war Soldat und ist ein Schatten seiner selbst. „Aus einem anderen Leben bei ihm“ gibt es noch eine andere Frau, sie lebt in Kathmandu. Beide Frauen kennen sich und sind freundschaftlich verbunden. Beide waren sie nie in den Mann wirklich verliebt und haben unter seiner Depression und der Gewalttätigkeit gelitten. Die Richterin ist nicht unglücklich und zu Recht sehr stolz, was sie geleistet hat und was jetzt tut. Sie schafft es, dass beide Kinder in Kathmandu in einer privaten Schule bzw. Universität ausgebildet werden. Es ist sehr beeindrucken, was sie alles zu erzählen hat. Die lokalen Richter bearbeiten bestimmte Fälle…. Ehestreitigkeiten, Nachbarschaftsauseiandersetzungen und Gewalt im mittleren Rahmen. Es gibt wohl eine offizielle Kategorisierung der Fälle… was nicht in ihre Kategorie fällt, geht an die nächste Instanz. Sie wird erfolgsabhängig für jeden gelösten Fall bezahlt. Was ihr wichtig ist, erzählt sie, dass sie präventiv tätig sei will, dass die innere Haltung und Einstellung der Menschen sich weiter entwickelt muss. Die Menschen offener und emanzipierter werden. Mädchen sich nicht schämen für ihr monatliche Blutung. Es nicht gleich böse Gerüchte gibt, wenn eine Frau wie sie z.B. bei einem Mann auf dem Motorrad mit fährt, Mädchen nicht so früh verheiratet werden, sondern erst mal die Schule beenden und der Körper sich fertig entwickelt. Es werden zu viele Kinder von zu jungen Mädchen geboren…. Baby krank und das Mädchen ist weder seelisch noch körperlich bereit ein Kind zu geberen bzw. gross zu ziehen. Sie will das alles in den Dörfern verändern. Wow. Wow. Wow.

Das Haus von ihr ist das ordentlicher, sauberste und strukturierteste Haus, dass ich auf meinen Bergdorftouren mit bekommen habe. Essen lecker. Sehr guter Kaffee. Das abendliche Gespräch ist sehr spannend. Ich frage sie, ob sie Morgen zu dem Meeting mit den Eltern und den Vertretern des Schulcommitees kommen kann. Ich will Dinge präventiv besprechen, das in dem Bergdorf bald 2 junge deutsche Volunteere leben werden. Eine junge Frau und junger Mann. Geschwister aber sicher …. anders auftretend als eine junge Frau und junger Mann aus Nepal. Wie viel sollen die sich anpassen oder wieviel einfach so sein und so anziehen wie sie es kennen…. kurze Hose (nicht über das Knie)…. Tshirt etc. Sie erwiedert, das sie es gerne macht und sie findet, das sie sich nicht total anpassen sollen. Kurze Hose bis unters Knie und T-Shirt sind gut. Kein Trägerhemden und keine Hotpens. Das sehe ich genauso. Auch sind wir uns einig, das es vorkommen wird, das Frauen und Männer gleichzeitig in dem Schlafraum in der Schule nächtigen werden…. ISARD Mitarbeiter… Volounteers. Wir werden das zusammen heute bei dem Dorfmeeting präventiv ansprechen. Ich werde ihr etwas Geld für die präventive Arbeit geben. Wir verhindern damit ggf eine Fall, den sie lösen würde. Wie in Deutschland wird Prävention nicht wirklich strukturiert bezahlt. Ich schmunzel.

Gute geschlafen. Gopy hat etwas geschnarcht. Das erste mal teilten wir ein Zimmer… bei der Richterin. Witzig.

Heute Morgen bekommen wir wieder ein super Kaffee. Ich sitze auf der Terrasse, kann auf dem Nachbarberg die Schule in Bhumethan betrachten. Die Sonne kämpft sich langsam über den Berg und der Morgennebel verzieht sich ins Nirgendwo.

Ich liebe es in diesem Umfeld mir meine Zähne zu putzen und einfach diesen Sonnen-Nebel-Prozess zu betrachten. Es macht mich zufrieden und glücklich. Wie bei einer Hüttenwanderungen in den Alpen. Auf 2000 m Höhe … Natur. Auch die frische geniesse ich und das Kälte Wasser.

Wir wandern um kurz vor acht los. Alles noch ruhig. Mit Kaffee aber noch nicht gegessen etwas wandern… hungrig laufen. Ganz meins. Im nächsten Dorf treffen wir zwei ISARD Mitarbeiter und bekommen eine Tee und Dal Bhat…. Morgens um 8.50 Uhr Reis mit Spinat und Linsensosse. Alternative Kekse. Ich nehme Dal Bhat.

Gleich geht es zu Schule. Die Spannung steigt.

Namaste

Mascha

Auf dem Weg zu Richterin und der Deutschland Fan

Bei der Richterin

Sie zeigt mir wie man hier die Sitzmatten macht

Die Richterin will mich auf hausgemachten Alkohol einladen, da dieser mir bisher nie geschmeckt hat, mache ich den Vorschlag, das wir Frauen etwas von dem Honigsschnapps trinken. Sie war einverstanden und meinte auf die Frauenpower.

Heute Morgen

Die Schule im Blick