Aus der Not eine Tugend machen.

6.03.2019 ISARD Farm bei Bharabise

Vor kurzen auf der ISARD Farm (lokale nepalesische NGO) mit Hannah und Noah angekommen. Begrüsst und erstes Dal Bhat für die beiden. Alle bester Laune, da wir Fotos von Schule bekommen haben. Ein Klassenzimmer ist fertig. Und morgen letzte Tätigkeiten für die kleine Küche und den Volunteers Raum. Wasser läuft. Strom wird auch morgen offiziell angeschlossen. Testversuch war erfolgreich.

Ich atme auf …ABER ABER ABER dann die Hiobsbotschaft …. ein neues Problem wird von Namarajh vorgetragen. Die kurze Version: die Hauptlehrerin ist in Streik getreten und der Schulunterricht ist gefährdet. Stöhn. Jetzt haben wir mit einem riesen Kraftakt die Schule so weit fertig, dass die deutschen Volunteere mit der Lehrerin loslegen kann und nun das und nun da…..

Wieso? Also hier kommt die nepalesische Welt zu tage … der Bürgermeister hat 1. Monat vor der Schulabschluss diesen Montag beschlossen, die Lehrerin zu wechseln. Ab nächstem Schuljahr (startet hier April) soll eine neue Lehrerin hier tätig sein… die jetzige soll woanders hin. Die Mann von der jetzigen Lehrerin ist so verärgert, so dass er seiner Frau verboten hat, weiter zu unterrichten und so kommt sie seit Dienstag nicht zur Schule.

Während die ISARD Leute meinten „Warten wir mal ab, ob sich das wieder regelt“, erwiedert ich, dass das nicht geht. Wir brauchen eine Option B oder C, wenn die jetzt nicht wieder kommt. Es kann nicht sein, dass hier aus Deutschland Volunteere anreisen und in Nepali way mal irgendwie geschaut wird, wie es weiter geht. Mir wird zugestimmt und wir diskutieren das Pro und Contra zu verschiedenen Optionen. Das Problem verkompliziert sich, da die ISARD Kollegen meinen, das der Ehemann der Lehrerin alle Lösungsoptionen direkt torpedieren wird und es wird im Dorf ein Eklat geben, wenn wir offiziell jetzt schon eine Lösung vorantreiben. Es geht um einen Monat, da zum neuen Schuljahrswechsel ja eine neue Lehrerin dann der Schule zugeordnet wird.

Am Ende schlage ich vor, dass wir eine Lösungen entwickeln, die erst mal gar nicht offiziell sichtbar ist. Hier auf der Farm gibt es die Praktikantinnen, die sind mit mir viel schon von Projekt zu Projekt gewandert. Die haben einen besserern Schulabschluss als jeder Bewohner des Dorfes. Auch als die jetzige Lehrerin. Sie sprechen etwas englisch…. und der Praktikumseinsatz enden normal bei ISARD in wenigen Tagen UND 2 der Praktikantinnen, haben noch keine Vorstellung, wie es weiter gehen soll.

Konkret schlage ich vor, dass die beiden sofort mit Hannah und Noah als Volunteere in der Schule starten und das Praktikum bei ISARD um einen Monat verlängern wird. Entweder kommt die Lehrerin wieder und dann gibt es eben 4 statt 2 Volunteere. Oder die Lehrerin kommt nicht wieder, dann unterrichten die beiden mit Hannah und Noah die Schule…. also auch den Unterricht den Noah und Hannah nicht können, wie nepalesisch …. lesen und schreiben…. wenn die Lehrerin nicht wieder kommt, sollen sie auch etwas Geld bekommen. Keine Frage zu Details…. ich weiß noch keine Antwort. Erstmal von ich froh, dass alle die Idee gut finden inkl. der Praktikantinmen (die finden die Idee sehr gut). Um ehrlich zu sein, fände ich die Lösung sogar besser, als dass die alte Lehrerin bis Ende März wieder kommt. Hochmotiviert wird die so oder so nicht sein. Es wird kein Stress jetzt direkt geben, denn gegen weitere Volunteere wird niemand etwas sagen. Im Gegenteil, das wird Position von ISARD im Ort stärken.

Aus der Not, eine Tugend gemacht, würde ich sagen.

Ich finde sehr gut, dass die ISARD Mitarbeiter uns eingebunden haben und die Kommunikation somit deutlich besser wird. Auch das wir gezielt Lösungen gesucht haben und nicht nach Nepali Way… einfach mal abwarten…. hier agieren.

Auch in Kathmandu war das Planungsgespräch mit Bivas dem Direktor von ISARD sehr gut. Meine Einsatz wird jetzt in Sachen Inhalten anders priorisiert. Wie auch mit Carisimo abgestimmt, geht es jetzt mehr darum die Weichen für die Zukunft zu stelle anstatt Feuerwehr bei bestehenden Projekten zu spielen. Bivas und ich sehen Müll als das Thema. Carisimo will Bildung voran treiben. Ich habe 2 Wochen Zeit hier Konzepte als Draft zu entwickeln. 2 Monate bin ich nun hier und habe ganz gut verstanden, was hier wie tickt und wo die Schmerzpunkte sind. Im Grunde ist Halbzeit für mich hier und so wird jetzt eine neue Phase für mich beginnen. Spannend. Es fühlt sich gut an.

Das harte Bett von der Farm spüre ich im Rücken. Der Luxus ist vorbei. Einfachheit bestimmt nun wieder den Tag.

Namaste

Noch Kathmandu

Auf dem Weg zur Farm

Bilder von der Schule

1. Das Bhat und Diskussion um die beste Lösung

Die Praktikantinnen

Der Facebook Eintrag…. ich heisse da „Mass“