Tag der Komplimente

Gastbeitrag von Kerstin

28.03.2019 Piskars

Heute wurde ich von Mascha ausgewählt den Blog zu schreiben. Nach 7 Tagen Nepal ist meine Schonfrist wohl vorbei…

Wir starten sehr früh 6:30h mit unserer Wanderung in Bhumethan. Die Nacht im Bettenlager der Schule war erneut erstaunlich erholsam.

Wir steigen ca. 30 Minuten bis zum Shop von Ramsunda auf, praktischerweise befindet sich hierüüü auch die Bushaltestelle des Ortes. In Deutschland würden wir es vermutlich Trinkhalle nennen, denn die Menschen kommen zum Trinken, Quatschen, Einkaufen und Kharom / Carom (?) spielen vorbei. Wir bekommen sofort von der Frau von Ramsunda eine Sitzunterlage und Tee gebracht. Mascha ist hier sehr beliebt! Ich Spiele mit Ramsunda ein wenig Kharom bis der Bus kommt.
Es wird eine abenteuerliche Fahrt: Viele Schlaglöcher, Kurven, gleichzeitig wird die nepalesische Musik zur Ablenkung voll aufgedreht. Ich habe große Mühe mich mit meinen Rucksack auf dem Sitz zu halten. Den anderen Fagrgästen scheint es zu meiner Erleichterung ähnlich zu gehen. Nach 30 Minuten steigen wir aus, mir ist schwindelig, ein wenig wie nach einer langen Achterbahnfahrt.

Nun beginnt die Wanderung in der Natur. Nach den vollen und ereignisreichen Tagen ist dies sehr entspannend und wir können Beide ein wenig die Ereignisse sacken lassen. Es ist total klar und sonnig. Auf den hohen Gipfeln liegt Neuschnee. Ein idealer Tag zum Wandern. Der Weg ist sehr abwechslungsreich und die Aussicht immer wieder extrem hübsch.

Wir wandern ca 3 Stunden bis Piskas. Dort werden wir wie so oft in Nepal mit Maschas Namen begrüßt. Die Tochter von Sirjana unsere heutige Gastgeberin hat uns entdeckt. Wir bringen unsere Rucksäcke in ihr Haus und suchen Internet. Denn hier gibt es kein Netz. Ich finde ein WLAN der Polizei, woraufhin Mascha gleich zu den Cops läuft und sie bittet uns das Passwort zu verraten. Wir bekommen den Code, aber es funktioniert nicht. So wird dies mal ein Tag ohne Netz und Internet.

Nach einem Imbiss wandern wir mit einigen Geschenken nach Mulabari. Auch dies ist ein hübscher Weg und nach knapp einer Stunde erreichen wir das Ziel. Der Marktplatz wird gerade umgestaltet. Ein Mann versucht mit einem Hammer einen riesen Felsblock zu spalten. Auch hier wird Mascha gleich erkannt und es kommen immer mehr Dorfbewohner. Mascha packt die Geschenke durch die Spenden unseres Fussball Teams aus: Fussbälle, Badmintonsets, Seile zum Hüpfen und ein Gummiball. Die Kinder sind erst skeptisch, aber nachdem sich 2 Erwachsene die Badmintonschläger schnappen, fangen auch die Kinder an. Es ist eine ganz fröhliche und ausgelassene Stimmung. Alle spielen zusammen, auch ein paar Erwachsene. Viele glückliche und dankbare Augen begegnen uns. Wir bekommen auch hier Tee serviert. Eine Dame fragt Mascha ob ich ihre Tochter wäre. Da nur 5 Jahre Altersunterschied zwischen uns liegen, freue ich mich ein wenig 😉 Am Ende bringen wir alle Geschenke in die Schule und wandern zurück nach Piskas.

Dort erwarten uns Sirjana und eine Gruppe von Bauarbeiterinnen mit einem Schnapps. Der erfolgreiche Tag wird zusammen gefeiert. Ich werde zu Maschas großer Erheiterung gefragt, ob ich Woman oder Man wäre. Es scheint ein Tag mit vielen Komplimenten zu sein…

Ein schöner, friedlicher Tag geht mit einem Abendessen mit Sirjana und ihren beiden Kindern auf dem Küchenboden zu Ende. Dhal Bhat in Kinderschärfe scheint für unsere deutschen Gaumen ziemlich passend. Zum Abschluss bekommt auch Mascha noch ihr Kompliment. Sirjana findet sie „fat“, auf meine irritierte Rückfrage zeigt sie nochmal lachend pantomimisch üppige Formen.

Die Menschen in diesem Land sind für mich weiter sehr faszinierend. Trotz anstrengendem Leben in den Bergen sind sie immer freundlich, fröhlich, groszügig, hilfsbereit und absolut gastfreundlich.

Mascha schnarcht schon um 20:30 h leise neben mir, es war wieder ein anstrengender Tag.

Namaste Kerstin