Der Wurm drin….

10. April 2019 Käserei bei Jiri

Ein Wewechen kuriert, kommt das nächste. Gerade ist der Wurm drin……

Gestern mit einem Dicken Auge aufgewacht. Und das Gefühl ……ein riesen Sandkorn ist Lied … total Lichtempfindlich. Dieses Auge hatte ich mir letztes Jahr beim wandern im Ecrin Gebirge in Frankreich verletzt. Keine Ahnung wo das jetzt her kommt. Tut verdammt weh. Kortisontropfen und Schmerzmittel. Bin ich dankbar, dass ich die Reiseapotheke mit hoch geschleppt habe. Etwas besser wurde es kurzfristig, daher entschied ich mich für ein zusätzliches Antibiotika. Mal sehen. Wenn sich eins hier in Nepal bestätigt hat, dann die Weisheit. Entschläunige, wenn dein Körper es einfordert. Mich wundert meine eigene Gelassenheit dazu. heute keine länge Wanderung sondern direkt runter ins Dorf.

An Wandern war gestern eh nicht zu denken, es regnete fast durchgehend. Die Kälte setzte sich auch mehr und mehr durch. Leider kann ich mit meinem Auge nicht nahe am Feuer sitzen. Der Rauch schmerzt und lässt das Auge noch mehr tränen. Die offene Hütte wärmt den Raum auch nur bedingt.

Geduld, Demut und Abwarten.

Wir erleben den Alltag einer nepalesischen Käserei auf 2700m Höhe. Alles ist Handbetrieben. Trotz Auge schaue ich mir den Herstellungsprozess an. Ich bin fasziniert und besorgt zu gleich. Wie hygienisch das wohl ist. Es gibt ein Kessel mit heissen Wasser und alles wird immer und immer wieder abgespült. Die Kittel könnten eine Wäsche eindeutig vertragen. Es werden mehrfach Proben gekommen… für was ist nicht ganz klar. Aber es gibt eine Handzentrifuge und die Reagenzgläschen werden sehr aqurat gesäubert und gefüllt. Der Deckel der Zentrifuge sieht aus wie ein Deckel eines blechernen Mülleimers. Die Holzkonstruktion wirkt Marke Eigenbau.

Die riesen Behälter, in denen jeweils Wasser und die Milch mit offenen Feuer erhitzt werden sind aus Messing. Die riesen Rührer und späteren genutzten runden Käseformen … alles aus Holz und Metall …. nach Marke Eigenbau.

Meine Stimmung ist schwer zu erklären. Regen. Kälte. Schmerzen. Und doch eine Form von Zufriedenheit. Keine Ungeduld. Keine Wut. Es ist wie es ist. Und das mit der Käseerei finde ich total spannend. Eine besondere Stimmung. Vielleicht etwas Sorge wegen der nahenden Himalaytour. Reichen die Kräfte?

Jetzt eine Auszeit von ein paar Tagen nur mit mir wäre gut. Aber jetzt ist erst mal alles getaktet und gebucht. Aber ich habe mir etwas für mich, meine Seele und meinem Körper überlegt. Mein Beschluss steht fest, ich werde etwas früher Nepal verlassen und ein Zwischenstop in Sansibar machen. Der Jugendtraum da mal hin zu fahren war etwas verloren gegangen. Das Buch Sansibar oder letzte Grund war der Anstoß damals. Wie der Junge… ein mal nach Sansibar… aus andern Gründen. Ich mag den namen Sansibar. Da soll es Faultiere geben. Zwar ist im Mai Regenzeit aber ich will das jetzt machen. Ein Sabbatical ist für genau solche Dinge und Momente da… alte Wünsche und Planänderungen. Ich schaue ich hier oben nach Hotels und Flügen. Skuril …das Netz ist Phasenweise super. Aber nur phasenweise. So in absoluten Natur und Einfachheit und dann sich Luxus anschauen. Die Extreme.

So. Der Tag beginnt mit einem Boxkampfauge. Die anderen gehen wandern. Kopida und ihr Neffe bleiben bei mir. Ich glaube sie ist froh nicht noch weiter hoch zu müssen. Keine Wanderfreak.

Ich schaue ins Tal und schreibe diese Blogeintrag während die andern sich fertig machen. Kalte Hände. Ansonsten nicht so kalt aber ich habe auch diverse Schichten an. Und es gibt frischen selbstgemachten Jogurt von Kopida und frischen grünen Tee. Der Yogurt aus der Yakmilch von hier. Die grüne Tee aus den Pflanzen ebenso von hier. Beides mega lecker.

Alles wird gut.

Namaste

Mascha

Käse machen… die richtige Temperatur in den verschiedenen Abschnitten ist besonders wichtig. Temperatur wir immer wieder gemessen.

Die Zentrifuge

Und sonst so…