Jam Jam Madi Himal

17.04.2019 Pitam Deurali

Gastbeitrag von Ben – the Neck

Heute geht es endlich los! Frühes Aufstehen, Frühstück im Panoramasaal – bestimmt ein Kontrastprogramm zu den nächsten Tagen.
Dir Hotelrechnung müssen wir bezahlen, wenn wir auf dem Rückweg wieder pokhara passieren. Warum?Kartengerät geht nicht, eine Variation von Stromausfall, der hier die Regel ist. Auf die Dame am Empfang wirken wir wohl vertrauenswürdig (na klar!) und somit ist sie entspannt, also sind wir es auch!
Der Jeepfahrer bringt uns zielstrebig zum Ausgangspunkt Kunde, den wir extra gewählt hatten, um meinem Nacken weitere Schlaglöcher zu ersparen. Doof nur, dass der „Highway“ streckenweise unbefestigt ist, wir teilweise kraterähnliche Löcher und Flüsse meistern. Nepali way!
Der Weg selbst ist heute easy, oft auf angelegten Steinwegen, teils auf verwunschenen Pfaden ala Herr der Ringe. Meinem Nacken geht es recht gut. Immer wieder stechen aus dem Grün rote Rododendronblüten hervor, hoffentlich gibt’s davon bald noch mehr. Leider versteckt sich der Ausblick allermeistens hinter dicken Wolken, nur beim Australian Camp zeigen sich Annapurna South und Hinguli (so oder so ähnlich), was unsere Herzen direkt höher schlagen lässt. Aber der Plan ist ja eh, dass es in zwei – drei Tagen aufklart, wenn wir richtig nah an manchen der welthöchsten Bergen sind.
Wir machen viele Pausen mit Tea, LemonWater und Pancakes. Mascha und ich sind gut drauf und müssten das nicht jede Stunde haben, aber so ist es ein softer Einstieg in die Wanderung, was einiges für sich hat. Die nächsten Tage geht es hoch hinaus, morgen schon auf 3000m.
Was bei den Pausen auffällig ist: der Guide und seine „boys“ (29 und 55) setzen sich zum Essen stets woanders hin. Wieso? – können wir nur spekulieren. Wir möchten gern mehr zusammensitzen – gesagt getan: schon werden neue nepali Wörter gelernt, nepali Musik kommt aus dem Handy („mitu mitu“) und es wird gelacht. Eigentlich schön! Irgendwann kribbelt unsere Wandergen aber wieder, also „Jom, Jom“, los geht’s.
Wir erreichen Deurali nach nur vier Stunden (sollte es keine Ganztagestour sein?) munter und bei bestem Sonnenschein, die urige Terrasse zwischen den kleinen Küchenhütten teilen sich Trekker, Guides, Hühner und Hunde – tolle Atmosphäre. Wie schön wäre es, wenn unsere Porter jetzt noch die Wolken wegpusten könnten (keltatta = joke), sie probieren alles, aber so richtig klappt es nicht.
Wir selbst teilen uns ein Vierbettzimmer in einem größeren Haus, auf dem wir dann am Ende des Tages nur zu zweit sind. Vielleicht beruhigt das unseren Guide, der sich kaum vorstellen kann, dass Schlafsäle in europäischen Hütten fünfmal so groß sind.
Mülltrennung ist hier ein Zukunftsthema. Sehr erstaunt waren wir eben noch, dass hier Plastik, Dosen und Papier getrennt werden, weniger, dass eine Minute später zwei dieser Tonnen zusammengekippt wurden – in Sachen Müllmanagement ist noch einiges zu tun.
Mascha bewegt sich seitdem nicht mehr von ihrem Sonnenplätzchen weg, wir machen viel Spaß mit unserem „Team“ (dem Guide und den beiden Porters). Die Ankündigung, dass wir generell mehr gesellig zusammensitzen wollen, zum Beispiel beim Essen, wir nennen es „tata Eating“, finden sie gut. Die nächsten Tage werden zeigen, ob es funktioniert.
Making Friends, step 1: Maschas rote Nase hatte wieder ihren großen Einsatz: Bemerkenswert was eine rote Quietschenase / Clownsnase kulturelle, sprachliche und Altershürden überwindet. Guckt euch die Bilder an, so eine rührende Situation. Mascha & das kleine Mädchen Sabira!
Making Friends, step 2:
Jennifer aus Irland und Mariela aus den Niederlanden! Wie kann man beschreiben, welche unbeschreibliche Stimmung es ist, mit Gleichgesinnten, Menschen die man sonst nie kennengelernt hätte, den Abend auf der Hütte zu verbringen, sich über alles mögliche zu unterhalten während draußen Starkregen und Hagelschlag tobt?
Wir fallen zufrieden in die (Daunen)federn und träumen von einer längeren Wanderung, Lücken in den Wolken und neuen Eindrücken!
Namaste

Ben