Stufen, Stufen, Stufen – Frohe Ostern!

22.04.2019 GhorepaniGastbeitrag von Ben für den Tag gestern.Heute ….. das war gestern…. geht’s …. ging…. entspannt um 7 Uhr zum Frühstück. Natürlich sind die Power-Holländer, die wir gestern kennengelernt haben, schon beinahe über alle Berge. Bei dem Programm, das sie sich für 3,5 Wochen geben – Everest base Camp, Tibet und mardi himal, also jeden Tag 10 Stunden auf den Beinen – würde es mich nicht wundern, wenn sie zurück nach Rotterdam laufen. Jedem das seine, wir beiden mögen auch die Herausforderung, aber es muss trotzdem eine gesunde Balance aus Spannung und Entspannung sein. Da sind wir uns einig. Deswegen kommt dieser Osterbeitrag nun auch gemütlich aus dem Schlafsack bei der Nachmittagsentspannung aus Tadapani.
Zurück zum Frühstück: überall gibt es die gleiche Karte (unten dazu mehr, das Thema beschäftigt uns!!). Jedenfalls muss man immer nach dem Dinner das Frühstück aussuchen. Nach dem Essen ist vor dem Essen. Mittlerweile kennen wir die Karte fast auswendig und es hat sich für mich Omlett mit Tibetan Bread als gute Wahl erwiesen. Letzteres ist eine tolle Erfindung: leicht fettig, innen viel Luft, außen ein bisschen crunchy und wenn man Glück hat warm.
Gut gestärkt geht es los. Ein großer Tag für Mascha, sie mag gern auf- und weniger gern absteigen. Gestern ging es 1500 m runter. Heute – Trommelwirbel – dafür 1700m wieder hoch! Herzlichen Glückwunsch! Das ganze über weite Strecken über Treppenstufen, man hätte sie mal zählen sollen… Am Anfang habe ich noch Augen für die Flora – meterhoher Bambus, viele viele Reisterassen, Unmengen an Farnen (Gruß nach Köln;) und büschelweise Amarylis an jeder Ecke (für mich eine Weihnachtspflanze, aber nach dem gestrigen Tee aus Weihnachtstassen macht es auch irgendwie wieder Sinn). Die herausgeputzten Schulkinder hüpfen unbeschwert die Stufen hoch und runter, so einfach kann es sein. Wir sind froh, dass wir im Bergdorf Gandruk an einer german bakery vorbeikommen. Mascha kauft Zimtschnecken und Schokocroissants für alle. Ich bin ja skeptisch, ob das unserem Team schmeckt, am liebsten essen sie dal bat, nehmen die Nüsse scheinbar nur aus Freundlichkeit, lassen den Rest „für später“ in der Tasche verschwinden und trauen sich kaum an die von uns angebotene Schokolade. Nachdem Mascha ihrer Vorliebe, ihre Habseligkeiten in der Welt zu verteilen fast wieder nachgegangen war („Mascha, nimm deine Wanderstöcke mit!“), finden wir dann einen tollen Platz zum Tee trinken (heute zur Abwechslung Black tea) und Gebäck essen.
Der Weg geht weiter – natürlich nach oben, dann mal wieder flach, uns kommen einige Eselherden im
Galopp und mit lustigen Glöckchen und vermehrt auch Tageswanderer im lustlosen Trott und leidenden Kindern entgegen. In beiden Fällen: schnell zur Seite springen und passieren lassen. Mascha kann sich ein „smile“ und „enjoy“ nicht verkneifen. Dann geht’s wieder hoch durch verwunschenen „Regenwald“ (es fängt tatsächlich an zu regnen) und vorbei an Fluss und Wasserfall. Wasser von allen Seiten. Wir diskutieren viel über alle möglichen Themen, aus der Küchenphilosophie wird Waldphilosophie – und Goethes „Faust“… viele Bedeutungsebenen schälen sich ja oft erst mit der Zeit heraus, bei Mascha besonders durch verschiedene Inszenierungen. Ein Lob auf das Theater!
Gegen zwei sind wir im völlig verregneten Tadapani, keine Spur von der tollen Aussicht, die man hier haben soll, nur Wolken und Regen und beides wird immer mehr… Aufgepasst: heute haben wir einen Schlüssel mit der Nr. 8 und die gleiche Nummer steht auf dem Raum! Findet ihr normal? In den letzten Unterkünften ganz und gar nicht, nepali way. Entweder steht die Nummer auf dem Schlüssel und nicht auf den Türen („wo müssen wir hin?“) oder auf dem Raum steht Nummer 2 und auf dem Schlüssel „Dinning Hall“ – kleine lustige Momente, die schon für etwas Verwirrung gesorgt haben und uns zeigen wie normal so manches für uns zu Hause ist.
Jetzt die erste Aktion: Handy laden, das ist keine Selbstverständlichkeit hier. Aber es gibt eine Steckdose, I like! Der Stecker fällt nur immer wieder raus. Challenge accepted: mit viel Leukoplast-tape und Geduld geht es dann doch. Nach eiskalter Dusche und Schlafsack-wohlfühlzone frage ich mich kurz, was fehlt. Genau das: Es steht auch schon unser Guide mit der Essenskarte in der Tür – na klar. Hier nochmal zu diesem wichtigen Thema. Ich will zunächst ganz rebellisch einfach aus dem Bauch heraus bestellen, aber Mascha besteht darauf, dass die Karte nun doch etwas anders ist, wahrscheinlich weil wir in einer anderen Region (Annapurna / Poon Hill) sind. Tatsächlich: die aussagekräftigen Bilder sind doch anders 😉
Der Guide bietet uns Tee unten im Common room an, was für mich heute keine Option ist, zu kalt und der Schlafsack zu gemütlich. Ein paar Minuten später steht dann aber Mascha mit einer Teekanne in der Tür – die Tradition wird weitergeführt – und so wird gemütlich hier Tee geschlürft. Während des Wartens hat sie mit dem Koch über das Wetter philosophiert und viel tata / Jokes gemacht.So Freunde, jetzt noch nen Nickerchen und die harten Waden massieren, dann gibt es das Osteressen. Wer es wissen will: veg. Spring Rolls für mich.Namaste,
BenP.s. Bilder folgen…. gleich… wir haben wifi….