Auf dem Land ….

5. Mai 2019 ISARD FARM bei Bharabise

Hier ist es total grün. Der viele Regen schon zu dieser Jahreszeit lässt alles nach der kurzen Hitzephase ergrünen. Aber nicht nur grün ist es… auch sehr wusselig… die vielen kleinen Tierchen erfreuen mehr oder weniger. So viele unterschiedliche Grabbeltiere …. größer …. kleiner aber vorallem viele davon auch in meinen Zimmer. Mh… befreie ich dss Zimmer davon und versuche etwas westliche Zimmergewohnheiten ald Standard zu setzen oder lasse ich es einfach wie es ist und passe mich…. nach der Devise an, bringt mich schon nicht um. Am Anfang meines Aufenthaltes hätte ich das Zimmer wohl verwestlich. Aber nach 4 Monaten vernepalesiche ich und lasse es. Ein wenig Überwindung hat es mich gekostet und ich habe mich fett mit Mückenzeug eingeschmiert. Gebissen oder gestochen werden würde ich ungern… vorallem nicht von etwas, was ich nicht kenne.

Ich habe die Nacht überlebt. Irgendwas hat mich zwar etwas gestochen oder gebissen aber mir erscheint es nicht schlimm. Ich habe eine wage Vorstellung wie es wohl Westlern z.B. im Amazonasgebiet gehen muss. Das feuchte warme…. naja Alexander von Humboldt hat das ja nicht verlockend beschrieben. Ich respektiere diese wusselnde Tiere aber es bleibt dabei, Tiere sind nicht so meins 😂. Vorallem nicht in meinem Zimmer 😎.

Gestern schon um 11 auf der Farm gewesen. Aber nur weil wie Motorrad gefahren sind. Kurz nach Kathmandu gab es ein Unfall. Totalsperrung für Autos. Motorräder haben sich durch Felder einfach querfeldein Wege gesucht. Viele Motorräder hatten zwar mit den Matsch Probleme und rutschen aus aber sofort kamen viele Helfer. Gopys Motorrad war stark genug… um uns und das Gepäck sicher durch das Feld zu bringen. Abenteuer. Meine Nerven.

Auf der Farm war es erst mal leer. Keiner da. Die Hängematte wartete auf mich. Schlafen. Lesen. Und das Thema Müllmanagement nacharbeiten. Ich hatte aus den Meeting to dos mitgenommen. Bis zu meiner Abreise muss hier Klarheit rein, ob und wie es weiter gehen würde. Ich sehe es kritisch. Ich denke Bivas, doko und ich haben zu unterschiedliche Vorstellungen jeweils.

Später kommen Namarajh, Bishnu, Ramsuanda und Rhonsu. Das Thema Health Camp kommt noch mal hoch. Sie treibt es irgendwie. Sie erklären mir, wie sie es gerne anders als sonst machen wollen. Mhhhh. Carisimo sieht das nicht als ihr Thema. Auch wenn es in den Dörfern wäre, die sie betreuen. Also nicht in ihrem Portfolio. Ich bin irgenwie nicht thematisch getrieben. Ob Health Camp, Schulbau, Seniorentagesstätte etc. … mich begeistern und motivieren die Menschen vorort, die ihre Idee haben. Die Idee des Health Camp kam auf, da es hier viele Frauen mit Gebärmutterprolaps durch das schwere Tragen gibt. Auch sind einige Infektionen durch mangelnde Hygiene bedingt. Die Ärztin im Krankenhaus erklärte mir, Health Camps müssen nicht nur als Behandlungsoption gesehen werden, sondern als Bildungsmassnahme für Gesundheit, Ernährung und Sexualität. Hier geht es echt um Basics zum Teil.

Am Ende müssen die Projekte primär von Menschen vor Ort gepuscht werden. Von den Projekten mit denen ich hier zu tun hatte, waren die Projekte am erfolgreichsten, die neben Budget und Projektplanung vorallem lokale Aktivisten hatten, die das Thema unbedingt wollen … Krishna in Tautali für die Seniorentagesstätte, die Lehrerin in Phuttedhunga oder der Leiter des Behindertenheim in Kathmandu. Spender oder NGO sind supportiv da, ob mit Geld, Erfahrung oder für Struktur bwz. Transparenz. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch in der Mongolei und Indien gemacht. Wenn ich wieder was mache, dann mit dem Ziel, es mit diesen Vorortaktivisten zu machen, die aber über eine Organisation unterstützt werden. Es sind diese Menschen, die mich begeistern. ISARD hat auch einige davon. Für diese ist es nicht nur ein Job, sondern wollen immer wieder etwas neues, was anderes … richtige Aktivisten für die Gegend hier. Ich schätze primär weil sie hier leben. Aber wie überall sind natürlich nicht alle so.

Gestern haben wir in kleiner Gruppe gegrillt und es wurde philosophiert, was alles man alles gutes tun könnte. Ich betonte, dass es wichtig ist, dass sie vorallem ihren Kindern viel Bildunger möglichen und ein anderes Verständnis von Sexualität, Gleichberechtigung und Umweltbewusstsein beibringen. Wie nachhaltig das ist, keine Ahnung. Wird aber sicher ein Thema für den Abschlussworkshop.

Schöner, interessanter und witziger Abend. Auch hier ein Hauch von Abschied.

Heute geht es wieder zu den Dörfern. Den Waisenkindern (bzw. teilwaisen) ein Starter Set für das neue begonne Schuljahr schenken. Auch aus Maschasneu.land Geld. Wieder etwas zu Ende bringen. Ein Mini-Projekt aber auch das sollte ein Anfang und ein Ende haben.

…. und es wird gewandert. Endliche wieder in der Natur bewegen.

Namaste

Mascha