Hochzeitsplanung und wie könnte es weiter gehen …

6. Mai 2019

Gestern 1000 Höhenmeter hoch. Heute 700 Höhenmeter runter. Es ist verdammt heiss hier. Nichts von Monsun. Heiss. Heiss. Heiss.

Rhonsu und ich wanderten gestern erst nach Piskas und dann nach Mulabari. Die Kinder treffen und auf Wiedersehen sagen. Auf dem Hinweg begleitete uns ein streunender Hund. Der machte es richtig. In jedem Bach legte er sich in Wasser. Total verschwitzt und hungrig in Piskars angekomme, traffen wir Gopy, Namarajh und Prokars, den Generalsekretär von ISARD. Zu Mittag gab es Dal Bhat. Seit langem, dass ich mal wieder Lust auf diese Speise hatte. Das Gemüse dazu war sehr lecker. Die anderen nahmen Nachschlag beim Reis, ich vom Gemüse. Eun Thema kam wieder auf….. Health Camp und wann ich wieder kommen würde. Und … es wurde mir erklärt, dass man dieses Projekt gerne mit mir machen würde. Also planen und umsetzen. Später sagte Brokas sogar, wenn ich weg bin, wird es ruhig auf der Farm und alle arbeiten wieder nur in ihrem Bereich. Ich hätte alle gut aufgemischt. Ich lächle. Die Wertschätzung berührt mich. 4 1/2 Monate sind eine lange Zeit, so langsam kennt man sich.

Nach dem Mittag geht es nach Mulabari. Heiss. Wir machen im Schatten und am Wasser Pause. Plötzlich erzählt Namarajh, das der Lead Farmer von Lopsy … eine sehr gute Familie, einen 21jährigen Sohn hat, der noch keiner Frau versprochen ist. Ich stutze. Ja und? Namarajh will den Sohn kennen lernen und schauen wie er ist. Vielleicht würde er ja zu Rhonsu passen. Aber Mascha style nicht Nepali styl. Ich bin verwirrt. Und schaue Rhonsu an. Sie wirkt weder verwirrt, noch ängstlich. Sie scheint die Absichten schon zu kennen. Ich sage wie aus einer Pistole geschossen, das er und Rhonsu sich erst mal kennen lernen sollten und an Rhonsu gerichtet, nur wenn er dir sympathisch ist. Pistare … langsam und du musst nicht. Du darfst nein sagen. Sie lächelt. Ich Frage was Mascha Style bei dem Thema ist und Gopy sagt, genau das was ich eben zu Rhonsu gesagt habe … sie darf nein sagen, wenn sie nicht will. Das stehe ich nun im Schatten einer kleinen Wassertrasse nähe Mulabari, die ISARD vor Jahren gebaut hat und bin Teil einer Hochzeitsidee. Der Kreis schliesst sich. Mulabari war der Ort in dem ich den Alkoholbrauch mit dem Heiratsantrag kennen gelernt habe. Eine junger Mann bringt Roxy (lokaler Alkohol) zu den Eltern der Frau … bzw dem Mädchen das er heiraten will und wenn diese den Alkohol trinken, dann ist das ein JA von den Eltern der Frau und es wird geheiratet. Kein Nepali Brauch, sondern eien Tamibrauch. Tami ist eine sehr kleine Minderheitsethenie in der Region wo ich aktiv bin. Meine erste Wanderung war auch nach Mulabari und das verschüchterte Mädchen damals traute sich nicht Nein zu sagen. Seufz. Lange her.

Ich frage Rhonsu beim weitere gehen, was ihr wichtig ist bei einen Mann… also den sie ggf. heiratet würde. Sie sagt als erstes …. sie will keinen der gut aussieht und die falsche Einstellung hat. Lieber nicht so gutes Aussehen und die richtige Einstellung. Ich stehe verdattert vor ihr. Sie ist 19. Weiter …. nicht rauchen, nicht Roxy so sehr mögen und fleissig. Ich drehe mich zu ihr um und sage…. Respekt….. er soll Respekt vor die haben bzw gegenseitigen Respekt. Mir scheint, dass die Herren der Schöpfung sich absichtlich zurück fallen lassen haben und Rhonsu und ich alleine reden sollen.

Wie surreal. Ich bin Teil einer Planung einer potentiell engagierten Ehe. Etwas was ich eigentlich ablehne. Aber wie lernen sie sich sonst hier kennen. Ist das hier nicht gerade ein wenig wie eine Anloge … nicht digitale … Kennenlernplatform…. und Namarajh ersetzt den Matchingtest. Hand made.

Ich schmunzel. Rhonsu ist gelassen. Ich sage mehrfach …. kennen lernen, reden und dann erst entscheiden. Bis Mulabari zieht sich das Gespräch. Vor den Männer kurz vor dem Dorfanfang wiederhole ich noch mal meine Ansicht… vorallem des Nein sagen dürfen. Mascha style meinte Namarajh am Anfang dazu. Es wirkt so auf mich als ob er das gerade alles geplant hatte. Würde zu ihm passen.

Das Dorf Mulabari, dass man nur zu Fuss errwichen kann, mag ich sehr. Keine Strasse. Die Vorsitzende der Farmer von Mulabari Didi Muti … sie ist auch Shop Besitzerin in dem Dorf, heisst uns wieder herzlich willkommen. In Windeseile fühlt sich der Dorfplatz. Eigentlich wollen wir nur den beiden Waisenkinder Schulsachen und Schuluniform und Schuhe bringen.

Immer wieder fragen sie mich, wann ich wieder komme. Und dann sage ich es laut… September/Oktober 2020 …. also in 1 1/2 Jahren. Ich bin ein sehr verbindlicher Mensch. Zwar war im Hinterkopf seit langen der Gedanke mit dem Zeitpunkt aber jetzt war es ein Versprechen. Auf dem Rückweg reden wir über das Health Camp. Eine Art Mehrzweckveranstaltung…. nicht nur Untersuchung und Behandlung…. sondern Education…. Hygiene, Ernährung, Sexualität etc. Es solle auch viele deutsche Volunteere kommen. Ich mag die Grundidee. Naja Bivas der Direktor muss überzeugt werden aber Namarajh meint, wir die Leute, die vor Ort arbeiten, wolle das. Es ist gut, wenn wir etwas gemeinsam machen….. Europäer hier länger sind. Klar, finanziert werden muss das auch…. aber erst mal die Idee und ein gemischtes Team, die etwas gemeinsam machen wollen. Ich mag die Menschen hier. Es macht Spass mit ihnen etwas gemeinsam erreichen zu wollen. Und es ist schön zu hören und zu spüren, dass sie auch gerne mit mir etwas machen wollen.

Was eine Wanderung. Was für Themen.

Namaste

Mascha