Tränen. Kind. Cocktails

11.05.2019 Kathmandu

Gestern fliessen noch mal richtig die Tränen. Auf so viel Emotionen war ich nicht Vorbereitung. Die ISARD Mitarbeiter haben mich Vormittags noch mal persönlich in kleiner Runde verabschiedet. Jeder hat noch mal persönliche Worte an mich gerichtet. Als andere Tränen in den Augen hatten, war ich noch nicht an den Tränen …. noch nicht sehr emotional. Als ich dann dran war etwas zu sagen, stockte mir die Stimme schon nach wenigen Sätzen. Tränen kullerten mir die Wangen herunter. Herr Gott, wo kommen diese intensiven Emotionen plötzlich her. Ich lasse es zu. Es waren sehr intensive Monate. So viel fremdes. So viele positives. Menschen, es sind die Menschen, ihre Lebensumstände. Sie haben mich berührt. Es ist komisch, da sind zwei intensive Gefühlsanteile …. gegensätzliche… in mir … „es ist richtig und gut das es endet“ … und „es endet leider eine sehr besondere wertvoller Abschnitt meines Lebens, was mich sehr traurig macht“. Beides hat seine Berechtigung. Ein lachendes und weinendes Auge. Intensiv. Atmen. Es folgen viele Fotos, die schnell sich auf Facebook wieder finden. Da ich kein Facebook habe und das viele wissen, werden mir Screenshots der Einträge mit den Bildern zu geschickt. Digitaler Medienbruch. Ich bin und bleibe eher analog auch wenn ich whatsapp zu wertschätzend gelernt habe.

Ein letztes Dal Bhat auf der Farm bevor es via Motorrad nach Kathmandu geht. Gepäck via Bus.

Ich freue mich auf die Motorradfahrt mit Gopy nach Kathmandu. Musik in den Ohren. Fahrtwind. Die Sonne spüren. Gute fürs verarbeiten und loslasssen. Etwas schockiert bin ich als mir gesaht wird, dass bei uns noch die Tochter von Prokas mitfährt. Zwischen Gopy und mir. Weil sein Motorrad besser und sicherer ist. Also ich finde es ja schon fahrlässig, das ich ohne Helm fahre. Jetzt noch ein Kind und zu dritt auf den Motorrad. In Nepal üblich. Ich lasse es zu. Und der kleine Wurm sitzt dann da. Ich biete ihr ein Kopfhörer an und so hören wir bei der Fahrt Musik. Es dauert nicht lange und sie schläft in meinem Arm ein. Kinder können wirklich an fast allen Orten einschlafen und in das in einer Haltung, die ich als total ungesund empfinden würde. Ich emotional angefasst und spüre, wie auch das wieder mich berührt. Diesem Wurm auf dem Arm, mit Musik auf dem Motorrad in Nepal. Ein weiteres Bild, das ich nicht vergessen werde. Als wir von der Polizei angehalten werden, denke ich jetzt sind wir dran… aber nein… nur Führerschei zeigen… alles gut. Es ist normal hier…. so zu fahren.

Erschöpft in Kathmandu angekommen, empfängt mich der Direktor des Hotels. Wir quatschen über die Welt, Nepal und auch er gibt wir ein so wertschätzendes Gefühl. Wir hätten sicher noch länger geredet, wäre ich nicht mut Gopy, Prokas und Namarajh zum Abendessen verabredet. An der Stupa. Beim Spanier. Ihre ersten Tapas. Ihre erster Martini Bianco. Ihre ersten Cocktails. Ich glaube begeistert waren sie nicht von diesen westlichen Dingen aber genossen den Abend und wir haben über zukünftige Projekte geredet.

Etwas krass war eine Randerlebnis. Als Namarajh sich setzt ist er mit einem Ellenbogen gegen einen Ellenbogen eines Westler gestossen und hat etwas auf seiner Seite der Lehne den Arm abgelegt. Hier in Nepal ist man nicht so distanziert. Man hat andere Gepflogenheiten… eine andere kulturelle Art. Der Westler beschwert sich sofort und sagt tatsächlich… es scheint die Menschen hier haben keinen Respekt und unhöfliche Verhaltensformen. Wie unmöglich ist das den. Gast ein einem Land und dann einen so direkt anzugehen … zu beleidigen. Ich bin sofort eingeschritten und habe mih mit dem Typ angelegt… es war ein Fremdschämen in mir. Der arrogante Westler. Aber ich weiss, es sind die Kulturen die aufeinander prallen. Ich habe 4 Monate die nepalesische Kultur kennen gelernt…. mit ihren tollen aber auch herausfordernden Seiten.

Um nichts will ich diese Zeit missen.

Namaste

Mascha