Let’s meet one more time …

12. Mai 2019 Kathmandu

Let’s meet one more time! Wohl einer der häufigsten Sätze in diesen Tagen. Ich wundere mich selber, wie ich denken konnte, das die Tage in Kathmandu ruhig werden und ich einfach nur ein paar Erledigungen noch mache.

Gestern habe ich erst Kapita und ihren Mann getroffen. Sie und ihre Familie hatte ich in Jirii besucht. Sie war während ich in Nepal war, mehrfach im Krankenhaus und ich hatte mir grosse Sorgen gemacht. Gestern waren wir bei einem Italiener. Die erste Pizza. Der erste non alkoholische Pfefferminz Cocktail. Für Sie. Wir haben viel über ihren Traum einen Shop in Bharabise zu eröffenen geredet. Sie will organic Samen und Pflanzen verkaufen. Also pestizitdfreie Landwirtschaft. Diese Kontraste hier in Nepal überraschen mich immer wieder. Auf der einen Seite Situationen wo es schwer ist Menschen das Müllthema nahe zu bringen und dann eine junge Frau die klare Vorstellung hat, was sie wie errsichen will…. organic Seet shop. Ich bin beeindruckt. Sie ist keine Träumerin. Die macht das.

Es folgt ein Treffen mit Bivas Vater… einer der Gründungsväter von ISARD. Ein Wissenschaftler… eine Philosoph. Er schreibt gerade seine Memoiren und seine philosophische Abhandlungen zum Leben. Was ist der Sinn des Lebens. Während mich für die schriftliche Abhandlungen weniger begeistern kann, höre ich mit viel Spass seinen Erzählungen zu. Wie zum Beispiel die Geschichte, wie er seine mutter Fragte, warum er, seine Geschwister, Eltern und Grosseltern unterschiedlich gross sind und die Oma gestorben ist. Er war 6 damals. Seine Mutter erklärte ihm den Lebenszyklus. Kind wachsen…. essen… werden gross … werden älter… wieder kleiner werden und sterben. Er hat damals den Sinn nicht verstand zu essen um zu wachsen um dann zu streben. Also beschloss er nicht zu essen. Nicht zu wachsen und nicht zu sterben. Nach wenigen Tagen verliessen ihn die Kräfte und fing traurig wieder an zu essen… er wollte damals nicht wachsen. Die Blechtrommel Geschichte in Nepal. Vielleicht sollte ich ihm das Buch besorgen…. naja ist vielleicht für Nepal etwas konfus. Ist es das? Interssante Frage. Günters Grass Blechtrommel aus Sicht einen nepalesischen Hobbyphilosoph. Ich schmunzel. Mal sehen.

Nach dem Vater treffe ich den Sohn. Bivas, den Direktor von ISARD. Nepalis diskutieren ja mit Westlern nicht hard und heftig…. Bivas ist eine Ausnahme. Er liebt es heftig zu diskutieren. So sehr, das es mir hier in Nepal fast zu viel wurde. Ich glaube nicht was ich hier gerade schreibe. Ich, die sonst keiner Diskussion aus dem Weg geht… ich, die hard in der Sache mit viel emotion diskutieren kann, kam hier an meine Grenzen. Und dem ein oder anderem Gespräch aus dem Weg ging. Wow.

Ich bin vor dem Treffen gespannt, wohin es uns im Gespräch wohl verschlägt. Finden wir einen guten und einvernehmlich Ansatz für die Ideen mit dem Health Camp mit dem Volunteer Ansatz zusammen. Es ruckelt am Anfang. Immer deutlicher im Gespräch wird mir unsere unterschiedliche Rollen und Lebenssituationen.

Ich die gesettelte mitte 40igerin, die in Nepal an Projekte denkt, die Sinn machen, Spass machen und das mit positiven Leuten aus Nepal zusammen. Ein Team mit überschaubaren Projekten. Anfang und Ende. Kurzfristig. Von Jahr zu Jahr denken. Ein Aktivisten Ansatz.

Er der Anfang 30ig jährige, mit sich ringend wie er weiter für sich sein Leben gestalten will. Der die Sorge hat, genug Spenden für Projekte zusammen zu bekommen, um die Angestellten halten zu können. Jedes Jahr die Sorge, genug Förderer, genug Budget zubekommen, um keine Kündigungen aussprechen zu müssen. Langfristig. Geregelt. Prozessebasierend.

All das was ich von Deutschland kenne. Dinge, die ich mal mehr oder weniger in den letzten 15 bis 20 Jahren in meinem Leben auf beruflicher und ehrenamtlicher Ebene hatte. Wie Schuppen fällt es mir von den Augen, wie unterschiedlich unsere Blickwinkel gerade sind. Stöhn. Wäre mir das früher klarer geworden, hätte die ein oder andere Diskussion anders verlaufen können. Es gab so ein Moment im Gespräch, da macht es klick und alles wird ganz einfach. Schnell finden wir den gemeinsamem Nenner. Es ist versöhnlich und die Punkte, wo wir klar einer Meinung sind gewinnen die Oberhand. Es freut mich sehr. Der Kreis schliesst sich. Zum Abschied schenkt er eine Vajra bzw. Dorje. Ich lese nach….

Es ist ein zepterähnlich Gegenstand und eines des wichtigsten Kultgegenstände des Buddhismus. Er dient zur Raum- und Aurareinigung, kann energetische Blockaden lösen und wird auch gerne in der Meditation genutzt. Er bündelt Energie und leites sie ins positive und setzt somit viel Kraft frei. Angeblich soll Zeus Donerkeil auch eine Vajra gewesen sein.

Ich schmunzel. Schau an. Der etwas zynische und streitlustige Direktor scheint mich besser verstanden zu haben als ich dachte.

Mich freut das Geschenk. Sehr passend für mich. Wieder berührt… puh… die Tage bringen mich immer wieder nahe ans Wasser.

Im Hotel angekommen ist die Pool Party in ihren letzten Zügen. Der Direktor hatte mir davon erzählt. Ich schaue aus purer neugierige vorbei… und was soll ich sagen… schwupss bin ich mitten ein einem Gespräch mit einer jungen Nepalesin, die sich ehrenamtlich für Recycling von Hotelseifen im Rahmen von Hygieneprojekte für die Arme Bergdörferbevölkerung engagiert. Ist das nicht unglaublich. Hygiene eines der Theme, das mich hier begleitet hat und dann diese Begegnung. Und schwups planen wir schon wie der kleine Verein in das Health Camp nächstes Jahr eingebunden wird. Sie halten auch Ediucaton Workshops in in den Dörfern. Abgefahren…..wie wir das finazieren. Schauen wir. Ist ja noch etwas Zeit. Seifen der vielen Hotel sammeln …. aufbereiten und damit Hygiene Programme unterstützen. Die Idee soll in Kambodscha enstanden sein. Was es so gibt so …. www.ecosoapbank.org

Die Junge Frau ging wie alle von der Poolparty auf eine schottisch-christlichen Schule in Indien in der Teeregion Darjeeling. Ein Schuljahrestreffen. Junge Menschen von reichen nepalesischen Familien, wo sich viele Kinder entschieden haben zurück nach Nepal zu kommen. Hier zu leben. hier zu arbeiten. Sich hier zu engagieren. Interessante witzige Gespräche folgen.

Was ein Tag mal wieder. Bin ganz aufgekratzt. Erst um 2 finde ich mein Schlaf. Mit einem Lächeln im Gesicht.

Namaste

Mascha