Die letzten Stunden

14.05.2019 Dubai

Ich lasse es ruhige angehen. Keine Treffen mehr am Abreisetag.

Neben packen, habe ich nur ein Aufgabe, ein Paket nach Deutschland aufgeben. Zu warme Klamotten, Mitbringsel und die zu grosse Muda. Ich will die Muda aufgeben. Ein nepalesischer Sitzhocker. Er ist viel zu gross. Eine Sonderanfertigung. Da hat man es zu gut mit mir gemeint. Es fühlt sich nicht richtig an. Zu gross für Paket und meinen Balkon. Was mache ich damit nun.

Ich spaziere an einem Strassenschuster vorbei. Seine Muda gefällt mir viel besser. Spontan frage ich ihn, ob der tauschen will. Er stutz… meine ist neuer und viel grösser …. ist doch kein gutes Geschmäft für mich …. aber ich überrede ihn. Glücklich und zufrieden trotte ich zum Packetshop. Wird trotz kleiner Muda teuer. Augen zu und durch.

Mhhhhhh…. ich tue mir sehr schwer mit dem Blog schreiben. Ich finde nicht den richtigen Ansatz für (m)einen Abschluss, dem letzten Eintrag.So viel schwirrt mir im Kopf rum. Aber es will nicht so richtig in die bisherige Art des schreibens passen. Ich ärgere mich, bin unzufrieden. Was nun? Einfach so auf hören. Das fühlt sich gar nicht richtig und gut an. Nicht rund. Ich will den Blog richtig abschliessen. Für mich. Irgendwie mit Resümee aber in einer Art die zu mir und meiner momentanen Stimmung passt.

Plötzlich kommt mir eine Idee. Auf dem Flug nach Dubai. Ich fange erneut an zu tippen … aber mit anderem Ansatz…. neue Art bzw. Methodik.

Also, wer jetzt ein Zusammenfassung ala Projektmanagement bzw etwas formales will. Sorry, kommt nicht. Ich habe ein anderes Bedürfnis.

Es wird sehr emotional, sehr persönlich und es dreht sich nur um mich. Also, wer das nicht will. Hier aufhören!

Ansonsten:

Briefe …

Briefe …

Danke fürs Lesen… die vielen Einträge meines Blog MaschasNeu.land in Nepal 2019. Danke fürs begleiten bei meiner Neuland Erfahrung hier in Nepal. Hier endet es nun. Es wird irgendwan wieder starten …. .ein Blog bei MaschasNeu.land! Wann? Keine Ahnung. Wenn du es mitbekommen willst, dann trage dich in die Liste der Follower ein. Du bekommst eine Mail, wenn ich wieder blogge.

Namaste

Mascha

Briefe …

14.05.2019 Dubai

Liebe 30-jährige Mascha,

Du glaubst also du bist jetzt erwachsen. Du hast es geschafft. Studium beendet. Ersten Job als Ärztin in Dresden gestartet. Charakter ausgereift. Die maximalen Lebenstiefpunkte hinter dir. Die Welt wartet auf dich, es wird alles einfacher und besser. Ohje. Du irrst dich gewaltig. Es ist mit Nichten so. Tut mir leid. Sei vorgewarnt… leider leider oder zum Glück wird es nicht so sein.

Du wirst noch das eine oder andere Tief erleben. Du wirst immer wieder mal zweifeln. Zwiefeln an deinem Weg, an dir und deiner Handeln. Du gehst viele Umwege… aber Umwege erhöhen die Ortskenntnis…. des Lebens. Es wird manchmal echt schwer werden und wie gesagt nicht gradlinig. Du wirst dauerhaft mit deinem Gewicht kämpfen. Du wirst viel zu viele Auseinandersetzungen führen. Du wirst dich mehrfach verlieren… aber aber … nach Durststrecken dich auch immer wieder finden. Es passiert auch viel tolles, schönes, aufregendes, spannendes. Du lebst in Extremen und du geniesst das Leben. Du wirst dein Führerschein bekommen, auch wenn du mehrfach durch praktische Prüfung fällst – do not worry… du wirst das Autofahren geniessen lernen. Du wirst dir dein Traum des Cabrios erfüllen. Sogar vor 40. noch. Du wirst nicht arbeitslos ohne Gehalt enden… warum auch immer diese Sorge du eine Zeit lang hattest. Im Gegenteil von Jahr zu Jahr verdienst du mehr. Du wirst viel reisen. Viel sehen. Viel erleben. Du wirst dich grandios verlieben. Du wirst heiraten und ihr werdet grandios scheitern. Aber du wirst lernen wie toll eine innige Beziehung ist, wie schön zusammen wohnen ist, vertrauen können und ein Moment darfst du spüren, wie schön es ist, verheiratet (bzw damals verpartnert) zu sein … es ist was besonderes. Keine Angst. Auch wenn ihr scheitert. Es war es wert. Deine Freundschaften werden reifen. Etwas Verluste wird es geben aber einige wachsen über Jahrzehnte. Du hast ganz tolle dich liebende Freunde … so wie du bist. Deine komplexe Familienstruktur wird dich an den Rand des Wahnsinns bringen aber ihr werdet es schaffen. Es wird lange dauern und viel Kraft kosten und es wird schmerzvoll sein aber ihr schafft es. Die Wunden heilen. Alle.

Zum wichtigsten in diesem Brief jetzt. Nach der Scheidung und wiederkehrenden Tiefpunkten, viel zu viel arbeiten, wirst du deine innere Mitte, zumindest eine Zeit lang, finden. Es wird dir mit mitte vierzig wieder richtig gut gehen und du wirst etwas wichtiges elementares beschliessen für dich. In der Mitte des Leben willst du dein Leben etwas zelebrieren. Du schenkst dir eine Auszeit. 10 Monate ohne berufliche Verpflichtung… ohne Alltag. Du wirst deine Ersparnisse verbrauchen. Das Geld wird bestens investiert sein. Du kannst dir dankbar sein, das du obwohl du mit Geld nicht gut umgehen kannst und es immer gerne direkt ausgibst, doch einiges gespart hast. Sehr gut gemacht.

Freu dich auf diese Zeit. Denke daran, wenn du deine nicht so erquicklich Lebensphasen hast. Du wirst etwas ganz besonderes mit dem Sabbatical in der mitte deines Leben erleben.

Du wirst erst viel Yoga machen… ja da staunste… hast du Jahrzehnte abgelehnt. Zu esoterisch angeblich. Manchmal hast du echt ein Rad ab. Du wirst besonders Hot Yoga machen … du wirst schwitzen, schwitzen, schwitzen und es geniessen. Unglaublich, wie du dich hier veränderst. Du hast eine sehr gute Zeit mit dir am Anfang des Sabbaticals. Bist fit.

Danch wirst nach einem kurzen Zwischenstop in Thailand (erstes Weihnachten in 45 Jahren nicht zu Hause sein, überlebst du mit viel Spass), einen ehrenamtlichen Job in Nepal in null touristischen Bergdörfern annehmen. Zwar hast du keine Ahnung von Hausbau aber du wirst Projektleiterin für den Bau einer Schule und eines Kindergartens. Beides ist fertig wenn du abreist. Weitere Projekte wie z.B. Seniorentageastätte austatten, Reparaturen in einem Behindertenheim, wirst du starten und treiben und beenden.

ABER ABER was anders wirst du vorallem prägen, die Menschen der lokalen NGO ISARD. Die Menschen bewegen und berühren dich und du berührst sie. So sehr, das Ihr schon vor Abflug vereinbart, welches Projekt ihr ein Jahr später treiben wollt. Du magst das Land und die Menschen sehr.

Sei stolz und amüsiere dich über dich, denn auch in Nepal lebst du nach der Devise von Pipi Langstrumpf „Das habe ich vorher noch nie versucht, also bin ich mir sicher, dass ich es schaffe.“ Es klappt auch in Nepal. Hervorragend.

Es wird Momente geben, die dich fühlen lassen, wie dankbar du für dein Leben bist. Du wirst in Nepal Tränen der Zufriedenheit …. über dich und wer du bist ….. weinen. Du wirst verstehen, das all die Herausforerungen des Lebens und die Krisen dich gestärkt haben…. und du weist genau du bist auch wegen und durch die Krisen da wo du jetzt bist.

Es wird Momente geben, die dich beseelen und du das Leben in Nepal auf intensivste Art und Weise spürst…. das Gute, das Herausfordernste, das Witzige, das Traurige u.v.m. Aber Du wirst in Nepal auch an deine Grenzen kommen, du wirst nicht dekompensieren, da du über dich in den letzten Jahren gelernt hast, das du ein Grenzgänger bist. Zwischen 30 und 45 wird dich das immer wieder sehr fordern aber du lernst vor Nepal aber besonders auch in Nepal den geordneten Rückzug, wenn du mal wieder ein Grenzgänger warst… wenn es zu viel ist. Aber gerade wegen deinen Grenzgängertum wirst du auch einges erreichen… positives. Die Ambivalenz bist halt du. Akzeptiere es einfach.

Das Thema „Regeln brechen“ und „freie Prozessinterpretationen“, ist ebenso wie das Grenzgängertum deine Freud und dein Leid. In Nepal und immer da wo du deine Seele, dein Herz und Kopf mit hin nimmst … also eigentlich immer da wo du bist, hast du diese Freud und dieses Leid. Viel Spass damit … immer wieder. Jeepe. Auch wenn es dich fordet und anstrengt. Du wirst lernen, dass es auch andere fordert und anstrengt. Es wird mit den Jahren mehr in Balance kommen. Nepal wird dir da viel Klarheit bringen. Klarheit bringt Harmonie.

Du wirst in Nepal den Nepali Way kennen lernen, du wirst ihn erst ablehnen und dann mehr mehr verstehen, ihn lernen und lieb gewinnen. Er macht dich ruhiger, gelassener und versöhnlicher …. mit dir und auch anderen. Die buddhistische Welt wird dir in Nepal gefallen. Du wirst keine Anhängerin davon aber du magst sie. Überhaupt wird dich Nepal nicht bekehren oder ganz verändern. Die Zeit stärkt dich, sie bestätigt deinen Weg, deine Art … keine komplette Kertwende.

Am Flughafen vor dem Abflug wirst weinen aber im Flieger wirst du lächeln und lächelnde Tränen in den Augen haben. Du wirst dich high fühlen, obwohl du nicht getrunken oder geraucht hast. Es bleibt dabei, auch bis 45 wirst du nie rauchen.

Nepal wird eines deiner intensivsten Erlebnissen deines Lebens sein. Ja du bist am Ende sehr müde, denn ist auch anstrengend…. die Arbeit, der Kulturclash, die extremen Temperaturen, die Hygiene, der Müll….

O.k. ich gebe ja zu, die mangelnde Privatsphäre und das du kaum dein eigenen Rythmus leben kannst, macht dir so zu schaffen, das du es mit viel Schokolade, Keksen und Kuchen ausgleichen wirst. Da du ja schon beim anschauen dieser Dinge zu nimmst und trotz wandern deutlich weniger Sport machst als zu Hause, wirst du mindestens 6 Kilo zunehmen und aus Muskeln wird Speck. Viel Speck.

Stop. Denk nicht mal daran deswegen nicht zufahren. Nepal ist eine ganz wichtige Bereicherung für dich und dein Leben. DO IT. Eine deiner besten Entscheidungen deines Lebens.

Und du gönnst dir nach Nepal ein Luxushotel auf Sansibar. Erinnerst du dich, mit 16 war es dein Traum dahin mal zufahren. Du hast es bis 30 nicht geschafft. Du hast es fast vergessen…. dein Auszeit hat dich daran erinnern lassen. Und danach kannst du noch bis Ende September deine Freunde, deine Familie, dich und Südeuropa geniessen. Was für Geschenke. Du siehst, trotz dem Erleben der vielen Armut in Nepal, bleibst du hier und da eine grosse Genisserin. Du kannst verzichten aber auch klotzen, das bist du und so bleibst du. Da bekehrt dich auch kein buddhistisches Entwicklungsland 😎.

Um das alles zu erleben und zu verstehen …. dafür muss man … du reifen, älter werden, Lebenserfahrung sammeln und auch etwas Geld sparen.

Lange Rede kurzer Sinn. Halte durch. Älter werden ist toll. Du reifst und auch wenn das Leben nicht immer leicht ist, du findest deinen Weg. Und mit 45 …. der vermeintlich mitte deines Lebens, gönnst du dir ein Sabbatical mit ganz besonderen Momenten und Menschen. Freu dich drauf. Hast du dir verdient.

Namaste und alles Liebe

Die 45-jährige Mascha

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Liebe 55-jährige Mascha,

10 Jahre ist dein Sabbatical und die intensive Zeit in Nepal nun her. Du bist kein Rückblicker…. warst du nie …. was war das war. Du schaust manchmal zu viel schon in die Zukunft. Denkst du noch daran, das du dir in Nepal vorgenommen hast, mehr im jetzt zu Leben. Weniger planen und organisieren. Und schau auch mal zurück. Schau genau jetzt zurück.

Denke an die Zeit in Nepal. Fühle dich wieder rein. Wo stehst du jetzt? Hast du es geschafft…. weniger arbeiten, weniger Konfrontationskurs, weniger Konsum … mehr Nepali Way in dir und deinem Leben. Hast du noch diese Ruhe, das Versöhnlichere, die Gelassenheit in dir? Oder alles wieder im Wesentlichen Alltag vergessen… verloren? Bitte nicht!?

Was du wunderst dich, das diese Zufriedenheit mit 45 nicht einfach dauerhaft geblieben ist bis 55. Sei doch nicht naiv wie mit 30. Natürlich ist dein Leben weiterhin ein Auf und ein Ab. Das bist du, so lebst du.

Du willst mal wieder mehr Balance in dir und deinem Leben. Mhhhh…. hast du Geld geapart? Kannst du dir eine erneute Auszeit leisten. Nein, dann spar sofort. Aber wirklich sofort. Mach es wieder, mach es anders als mit 45 aber lass den Alltag mal wieder los. Frei nach der Devise von Pipi Langstrumpf……. nocht nicht gemacht, dann schaffst du das. Respektiere dabei aber, dass du 10 Jahre älter geworden bist 😎😉😂.

Bist du dir eigentlich klar geworden, was deine letzte Arbeitsstelle sein wird … vor der Rente. Immernoch Hospiz oder was anderes? Raus aus der puren Business Welt? Hast du dafür was getan? Für die jobliche Neuorientierung. Kommst du mit weniger Geld aus? Generierst du weniger Müll, gehst wieder mehr ins Theater oder die Oper. Kochst du mehr und trägst mehr Kleider und Röcke. Auch wolltest du dich wieder ehrenamtlich engagieren in Deutschland. Entweder für die Alten oder die Jungen oder für Menschen mit Migrationshintergrund …. ich hoffe das hast du nicht vergessen …. und vorallem bist du mutiger in Sachen Liebe bzw Partnerschaft geworden? Denk dran, du warst noch nie verheiratet, das geht jetzt per Gesetz. Nicht mehr der Quatsch mit dem verpartnern. Du willst das … heiraten aus romantischen Gründen. Bist du offen fürs kennenlernen gewesen oder weiter im Singlemodus …. sei kein Feigling.

Und warst du oder ihr in Island, Neuseeland, Ghana, Bhutan, Grönland und oder Kanada, das Polarlicht gesehen …. und auf dem Kilimanscharo gewesen? Ich weiß, du liebst Europa. Geniest du es weiterhin? Auch wolltest du unbedingt mal über 5000 wandern… Mont Blanc stand auch auf der Liste.

Das hast du dir alles in Nepal vorgenommen. Wie siehts aus? Sei ehrlich zur dir.

Was mich auch interessieren würde, findest du älter werden immer noch so gut? Stören dich weiterhin die zunehmenden grauen Haare nicht? Feierst du weiterhin alle 5 Jahre mit deinen Freunden, dein Geburtstag in einer Finca auf Mallorca. Liebst du immer noch die Laienküchenpschologie und gutes Essen? Aperol Spritz, Martini Bianco oder Gin Tonic noch deine Sommegetränke?

Man ich bin wirklich gespannt, wohin dein Leben dich führt. Welche Umwege du noch so machst. Kann es gerade gar nicht erwarten, zu sehen, was du mit deinem Leben so anstellst.

Nicht vergessen, Krisen gehören dazu. In dem Tal der Tränen entwickelt man sich am meisten weiter. Und es kommt immer ein „es geht wieder Berg auf“ …. auch wenn man dabei schwitzen muss.

Apropo schwitzen, ich hoffe du machst noch immer genug Hot Yoga und dehnst dich genug. Bekomme echt den Arsch dafür hoch, es tut dir gut. Oder schon vergssen. Sei kein Faulpelz aber verzeih dir auch, wenn es mal Phasenweise nicht so klappt. Nicht in alte Muster verfallen.

Ich mache mir keine Sorge, dass du das Leben nicht genug geniessen wirst. Blei bei der Devise „das Glas ist halbvoll“.

Also, schau dir dein Blog von damals in Nepal mal wieder an. Geniesse die Bilder. Mach so etwas wieder. Es wird dich bereichern. Be fearless.

Lebe. Lache. Liebe.

Namaste und Alles Liebe

Die 45-jährige Mascha

Letzter ganzer Tag

14.05.2019 Kathmandu

Gestern war also mein letzter ganzer Tag. Heute Abend fliege ich. Dies ist der vorletzte Blog Eintrag. Krass.

Ich hatte vor Nepal kein Whatsapp. Blog …. ich wusste was das ist, mehr aber auch nicht. Nie ein gelesen und schon garnicht geschrieben. Ich kämpfe mit dem schreiben bzw mit der Technik hier und da. Es ist schwer für mich mit der Smartphontastatur. Kleine Tasten… nicht gerade grazile Finger. Ich lande oft beim falschen Buchstaben. Meine Legatshenie und meine Ungeduld machen es mir nicht leichter…. das Schreiben. Dazu die drei Sprachen im Kopf….. deutsch, englisch und nepalesisch. Und am Anfang das kalte Wetter mit den kalten Fingern. Es war hier und da eine echte Herausforderung jeden Tag zu schreiben.

Ich habe keine Ahnung, ob es Standards für Blogging gibt. Ich habe einfach gemacht. Meine Devise wie immer in meinen Tun im Leben… authentisch sein. Nichts verschönern oder zu sehr dramatisieren. Und ich kann einfach nicht nur sachlich beschreiben. Es geht auch immer um meine Emotionen, Gefühle und zum Teil persönliches. That’s me.

Ich bin froh und dankar, dass ich geblogged habe aber das endet jetzt, auch wenn mein Sabbatical noch weiter geht. Es ging um Nepal, das Land, die Menschen, meine Arbeit hier und wie ich es erlebt habe. Absolutes Neuland.

Danach …. mein letzter Abschnitt des Sabbatical geht um meine Familie, meine Freunde und mich. Nichts für einen Blog. Ich freue mich sehr auf das cruisen mit meinen Cabrio durch Südeuropa …. „meine“ Menschen besuchen ….. bzw. sie besuchen mich…… mit Ihnen Zeit verbringen. Sich Zeit schenken.

Gestern kam zum Frühstück noch mal die Jungs vorbei. Gopy, Namarajh und Prokars. Die Jungs, ich muss grinsen. Die anfängliche Zurückhaltung als ich hier ankam, ist wie weg geblasen. Auch wenn das englisch holprig ist, wir reden offen miteinander und mit viel Humor. Ich hoffe sehr, dass sie wirklich sagen, was sie denken.

Hier in Nepal… oder in vielen asiatischen Ländern…. sagen man oft zu Ausländern immer „ja“. Für eine effektive und erfolgreiche Projektarbeit nicht wirklich hilfreich. Wir reden über das Health Camp nächstes Jahr. Ein letztes Mal nehme ich die Rolle einer Projektleiterin bzw Managerin ein. Ich erkläre, wie wir vorgehen, wann und wie der Zeitablauf sein wird. Ich habe beschlossen eine Woche über Silvester hierher zukommen. Ich mag Silvester nicht, noch nie. Guter Zeitpunkt um in Nepal eine Konzept für das Health Camp gemeinsam zu erarbeiten. Ich erkläre, dass wir alle Kernleute an einen Tisch bringen und da diskutieren werden, wie wir das Projekt planen und umsetzen werden … konkrete Ziele, Zeitschiene, Rollen, Aufgaben, Risiken etc. … alles was zu einem Projektplan bzw Management dazu gehört. Ich erkläre, wie wichtig es ist, dass sie … also die Jungs… schon jetzt mit den lokalen Politikern und Behörden reden sollen, denn es ist auch die Aufgabe der lokalen Politik, bescheid zu wissen und zu unterstützen. Ich frage noch mal ab, ob wir uns über die drei Kernpunkte des Health Camp einig sind: Daten erfassung (was sind die Kernprobleme, die behandelt werden müssen und Priorisierung), die Behandlungsphase und ganz wichtig Gesundheitsbildung (Hygiene, Ernährung, Sexualität also der Educationpart). Sie stimmen zu, wir hatten darüber schon öfters gesprochen. Ich hacke nach… imandar?…. ehrlich?… kein Ausländern JaJa. Hier habe ich meine Lektion in den letzten Monaten gelernt. Die haben Bock auf das Thema und auch die strukturierte Herangehensweise. Das spüre ich. Ich erzähle von dem Treffen mit der Ärztin. Es kommt die Frage auf, wie der Kontakt enstanden ist….. Zufall bzw die Gelegenheit beim Schopfe gepackt. Ich kann das gut, wurde geäussert. Ja, so etwas kann ich ganz gut und grinse. Ich denke, ich habe es geschafft, das wir vorerst ein gemeinsames Bild haben, was wir machen wollen und wie es nun weiter geht. Kerndaten stehen. Ich bin zufrieden. Die Jungs auch. Es ist eine ausgelassene Stimmung…. ein paar Witze folgen.

Dann der Abschied. Selbst die Jungs sind etwas angefasst. In Nepal nicht üblich aber von mir etwas eingeführt …. eine Umarmung…. inkl. kumpelhaftem Schulter klopfen. Ein letztes Foto.

Links neben mir Namarajh der Chef aller Projekte und zentrale ISARD Figur auf der Farm und in den Dörfern.

Rechts neben mir Prokas, der ehrenamtliche Generalsekretär von ISARD. Die gute Seele. Er ist sehr angesehen in der Region und kennt wie Namarajh Hinz und Kunz.

Und ganz rechts Gopy. Er lebt in Kathmandu und ist Projektkoordinator. Er spricht am besten englisch und sogar gut deutsch.

Die Jungs. 😀

Abends treffe ich noch mal KP. Bei ihm hatte ich die erste Woche gewohnt als ich ankam. Er hat lange in Deutschland gelebt.

Er fordert eine erste Analyse und Bewertung meiner Zeit hier ein. Ich bin noch nicht so weit. Aber, was ich klar sagen kann, von allen Entwicklungsländern, die ich bereist habe, hat mich Nepal am meisten berührt. Die Menschen. Ist vielelicht nicht ganz fair, denn hier war ich am längsten. Auch in anderen Ländern hatte ich zum Teil mit lokalen NGOs zu tun und habe mich engagiert. Aber nie so lange und nie so intensiv. Aber ich war auch teilweise sehr jung. Es ist einfach ein Unterschied, ob man Anfang zwanzig oder Anfang dreißig oder mitte vierzig ist. Die eigene Lebenserfahrung spielt da denke ich schon eine grosse Rolle. Zumindest für mich.

Die Stupa ein letztes mal am Abend. Ich gönne mir ein Cocktail. Gelogen es waren drei aber nicht so starke.

Leicht beschwipst falle ich ins Bett. Einschlafen fällt schwer.

Ein Mal melde ich mich noch via Blog. Denn, es gibt ja noch den heutigen Tag in Nepal. Ich fliege erst um 19.30 Uhr.

Namaste

Mascha

P.s. die Kartenmschiene des Lokals ging nicht. Ich habe nicht genug Bargeld. Man notiert meine Handynummer. Ich soll morgen wieder kommen zum zahlen. So ist Nepal auch.

Privilegiert

13.05.2019

Mit Tränen aufgewacht. Mit zufriedener Traurigkeit und feuchte Augen den Tag starten…. Heute Morgen ist der Abschied, das Ende dieser besonderen Zeit hier besonders deutlich spürbar. Traurigkeit und Zufriedenheit. Ein Wiederspruch und doch fühlt es sich so an. Es ist der letzte Tag. Morgen fliege ich.

Der gestrige Tag war noch mal voll und intensiv. Ich habe Rashmi in Baghdapur getroffen, in den Familienhaus. Sie wohnt zusammen mit ihrer Familie. In der Stadt des Yogurts. Rashmi will in Deutschland ihren Master machen. Sie hat sich u.a. in Frankfurt beworben. Ich musste lachen als sie das erzählt. Frankfurt meine Geburtstadt. Meine Kindheit. Meine Studiumzeit. Ich erzähle etwas von Frankfurt und so kommen wir auch auf meine Familie. Sie hatte mir ihre Familie schon vorgstellt. Jetzt war ich dran. Es gibt kein Foto wo wir gemeinsam alle drauf sind (hier hat das fast jede Familie in der Wohnung hängen). Bei mit zu viel patchwork. Zu viele Elternteile. Zu komplex und verwirrend die Halbgeschwister und dazu die beiden anderen. Die Verwirrung ist gross. Und so male ich es auf. Das aller erste mal auf diese Art und Weise…. so klar für mich. Die Zeichnung hilft aber für Nepali Verhältnisse ist es einfach schwer zu fassen… Kinder ohne Ehe, One-Night Stand Ergebnis, mehrere Väter und Mütter, alle 5 Kinder nur Halbgeschwister bzw nicht mal das. Es ist wirklich eine Herausforderung das hier zu erklären…. ach in Deutschland auch. Aber hier… was sind die 68iger, was was Hausbesetzer …. der Begriff der hier am meisten dafür hilft ist Hippies. Aber Hippies sind die alle irgendwie nicht wirklich gewesen. Egal. Immer wenn ich danach gefragt hier wurde…. Beziehung … Familie… dann ist es für viele Nepali schwer vorstellbar. Ich denke einige haben es so halb verstanden. Rashmi will die Zeichnung behalten und lernen.Ihre Familiensituation mit ihrem eigenen Willen besonders in Bezug ihrer Partnerschaft ist auch nicht einfach. Hier in Nepal gewinnt für mich der Begriff emanzipierte Gesellschaft noch mal eine andere Bedeutung. Ich wurde hier immer akzeptiert und respektiert. Als weibliche Ausländerin aber gerade viele Frauen haben mir erklärt, dass es manchmal noch sehr sehr schwer ist also Frau als gleichwertig behandelt zu werden. Weniger vom Partner als von der Gesellschaft. Und viele Frauen sind auch einfach noch sehr schüchtern und haben noch wenige Selbstbewusstsein. Rashmi mit ihren 24 Jahren sucht ihren Weg. Auch zum Teil gegen die Einstellung und Erwartung ihrer Familie. Sie ist wie viele Nepali ein Familienmensch und es ist zum Teil sehr hard für sie. Sie geht aber ihren Weg. Wow. Bewundernswert. Lerne noch eine Freundin von ihr kennen.

Ich lasse alles im Taxi sacken. Ich hatte es viel einfacher. Bei all dem Familienchaos wurde ich immer unterstützt. Nicht immer Diskussionsfrei aber im Grunde immer mit viel Unterstützung und Vertrauen in mich, gefördert. Wie gegensätzlich.

Von Bhagdapur geht es zurück nach Kathmandu. Ich treffe Archana noch mal. Die Ärztin, die ich im Krankenhaus zufällig kennen gelernt habe. Sie macht gerade den Facharzt für Chirurgie. Wir reden erst über das Health Camp. Sie und ihr Mann engagieren sich sehr ehrenamtlich in den Bergdörfern. Ihr Mann ist wohl sehr bekannt hier und zum Teil auch im Westen. Er hat eine Gesetzesvorlage für die medizinische Versorgung in den dörflichen Gesundheitsstationen geschrieben. Wird gerdase vom Parlamet diskutiert. Wir sind uns schnell einig, wie wir das mit dem Health Camp zusammen machen wollen. Es nimmt schon jetzt Formen an. Ich spüre wie sich Energie in mit dafür sammelt. Wenn ich einmal etwas unbedingt umseten will, dann gibt es für mich kaum halten. Könnte sofort anfangen… aber Vernunft siegt. Sacken lassen. Kräfte tanken. Sortieren. Die Basis ist gelegt. Muss nicht alles sofort geplant und begonnen werden. Erst mal los lassen. Alles zu seiner Zeit. Bis nächstes Jahr im September ist ja noch Zeit.

Wir wecheln ins private. Ich erfahre, das Archana aus einer armen Familie kommt. Ihre Mutter sie und die Geschwister alleine gross gezogen hat. Sie ein hier staatliches Stipendium für das Medizinstudium bekommen hat. ihr Schwester für Medizin in Deutschland. Beide mussten sich oft durch schwere Zeiten durchkämpfen und hatten einige absolute Tiefpunkte. Auch jetzt ist manchmal noch sehr schwer. Da sie ein staatliches Stipendium hat, bekommt sie noch kein Gehalt. Es ist wohl eher so etwas wie BAföG und sie muss jetzt zurück zahlen. Ihr Mann arbeitet in einem Krankenhaus, das ca. 5 Stunden von Kathmandu liegt. Sie sehen sich in mal pro Monat. Manchmal auch nur alle zwei Monate.

Auch hier wieder. Wie privilegiert ich leben und studieren konnte. Diese Geschichten bewegen mich. Diese Frauen, die viel härter für ihren Traumjob kämpfen und arbeiten mussten. Ich habe Medizin studieren dürfen … arbeitete im Krankenhaus…. und mache jetzt was ganz anderes. Hier undenkbar. Es ist ein sehr offenes persönliches Gespräch. Mich freut es sehr, wieviel Vertrauen mir entgegen gebracht wird. Vielen ich erfahren und über Nepal und deren Gesellschaft erfahren darf.

Als ich später im Hotelbett gestern lag, konnte ich wieder lange nicht einschlafen. Es arbeitet alles in mir. so viele Eindrücke, Menschen und Erlebnisse. Ich bin so müde und kann nicht einschlafen und wache immer um 6 Uhr auf. Ich hoffe auf Sansibar komme ich etwas innerlich zu Ruhe und kann verarbeiten. Und Schlaf nachholen.

Namaste

Mascha

Let’s meet one more time …

12. Mai 2019 Kathmandu

Let’s meet one more time! Wohl einer der häufigsten Sätze in diesen Tagen. Ich wundere mich selber, wie ich denken konnte, das die Tage in Kathmandu ruhig werden und ich einfach nur ein paar Erledigungen noch mache.

Gestern habe ich erst Kapita und ihren Mann getroffen. Sie und ihre Familie hatte ich in Jirii besucht. Sie war während ich in Nepal war, mehrfach im Krankenhaus und ich hatte mir grosse Sorgen gemacht. Gestern waren wir bei einem Italiener. Die erste Pizza. Der erste non alkoholische Pfefferminz Cocktail. Für Sie. Wir haben viel über ihren Traum einen Shop in Bharabise zu eröffenen geredet. Sie will organic Samen und Pflanzen verkaufen. Also pestizitdfreie Landwirtschaft. Diese Kontraste hier in Nepal überraschen mich immer wieder. Auf der einen Seite Situationen wo es schwer ist Menschen das Müllthema nahe zu bringen und dann eine junge Frau die klare Vorstellung hat, was sie wie errsichen will…. organic Seet shop. Ich bin beeindruckt. Sie ist keine Träumerin. Die macht das.

Es folgt ein Treffen mit Bivas Vater… einer der Gründungsväter von ISARD. Ein Wissenschaftler… eine Philosoph. Er schreibt gerade seine Memoiren und seine philosophische Abhandlungen zum Leben. Was ist der Sinn des Lebens. Während mich für die schriftliche Abhandlungen weniger begeistern kann, höre ich mit viel Spass seinen Erzählungen zu. Wie zum Beispiel die Geschichte, wie er seine mutter Fragte, warum er, seine Geschwister, Eltern und Grosseltern unterschiedlich gross sind und die Oma gestorben ist. Er war 6 damals. Seine Mutter erklärte ihm den Lebenszyklus. Kind wachsen…. essen… werden gross … werden älter… wieder kleiner werden und sterben. Er hat damals den Sinn nicht verstand zu essen um zu wachsen um dann zu streben. Also beschloss er nicht zu essen. Nicht zu wachsen und nicht zu sterben. Nach wenigen Tagen verliessen ihn die Kräfte und fing traurig wieder an zu essen… er wollte damals nicht wachsen. Die Blechtrommel Geschichte in Nepal. Vielleicht sollte ich ihm das Buch besorgen…. naja ist vielleicht für Nepal etwas konfus. Ist es das? Interssante Frage. Günters Grass Blechtrommel aus Sicht einen nepalesischen Hobbyphilosoph. Ich schmunzel. Mal sehen.

Nach dem Vater treffe ich den Sohn. Bivas, den Direktor von ISARD. Nepalis diskutieren ja mit Westlern nicht hard und heftig…. Bivas ist eine Ausnahme. Er liebt es heftig zu diskutieren. So sehr, das es mir hier in Nepal fast zu viel wurde. Ich glaube nicht was ich hier gerade schreibe. Ich, die sonst keiner Diskussion aus dem Weg geht… ich, die hard in der Sache mit viel emotion diskutieren kann, kam hier an meine Grenzen. Und dem ein oder anderem Gespräch aus dem Weg ging. Wow.

Ich bin vor dem Treffen gespannt, wohin es uns im Gespräch wohl verschlägt. Finden wir einen guten und einvernehmlich Ansatz für die Ideen mit dem Health Camp mit dem Volunteer Ansatz zusammen. Es ruckelt am Anfang. Immer deutlicher im Gespräch wird mir unsere unterschiedliche Rollen und Lebenssituationen.

Ich die gesettelte mitte 40igerin, die in Nepal an Projekte denkt, die Sinn machen, Spass machen und das mit positiven Leuten aus Nepal zusammen. Ein Team mit überschaubaren Projekten. Anfang und Ende. Kurzfristig. Von Jahr zu Jahr denken. Ein Aktivisten Ansatz.

Er der Anfang 30ig jährige, mit sich ringend wie er weiter für sich sein Leben gestalten will. Der die Sorge hat, genug Spenden für Projekte zusammen zu bekommen, um die Angestellten halten zu können. Jedes Jahr die Sorge, genug Förderer, genug Budget zubekommen, um keine Kündigungen aussprechen zu müssen. Langfristig. Geregelt. Prozessebasierend.

All das was ich von Deutschland kenne. Dinge, die ich mal mehr oder weniger in den letzten 15 bis 20 Jahren in meinem Leben auf beruflicher und ehrenamtlicher Ebene hatte. Wie Schuppen fällt es mir von den Augen, wie unterschiedlich unsere Blickwinkel gerade sind. Stöhn. Wäre mir das früher klarer geworden, hätte die ein oder andere Diskussion anders verlaufen können. Es gab so ein Moment im Gespräch, da macht es klick und alles wird ganz einfach. Schnell finden wir den gemeinsamem Nenner. Es ist versöhnlich und die Punkte, wo wir klar einer Meinung sind gewinnen die Oberhand. Es freut mich sehr. Der Kreis schliesst sich. Zum Abschied schenkt er eine Vajra bzw. Dorje. Ich lese nach….

Es ist ein zepterähnlich Gegenstand und eines des wichtigsten Kultgegenstände des Buddhismus. Er dient zur Raum- und Aurareinigung, kann energetische Blockaden lösen und wird auch gerne in der Meditation genutzt. Er bündelt Energie und leites sie ins positive und setzt somit viel Kraft frei. Angeblich soll Zeus Donerkeil auch eine Vajra gewesen sein.

Ich schmunzel. Schau an. Der etwas zynische und streitlustige Direktor scheint mich besser verstanden zu haben als ich dachte.

Mich freut das Geschenk. Sehr passend für mich. Wieder berührt… puh… die Tage bringen mich immer wieder nahe ans Wasser.

Im Hotel angekommen ist die Pool Party in ihren letzten Zügen. Der Direktor hatte mir davon erzählt. Ich schaue aus purer neugierige vorbei… und was soll ich sagen… schwupss bin ich mitten ein einem Gespräch mit einer jungen Nepalesin, die sich ehrenamtlich für Recycling von Hotelseifen im Rahmen von Hygieneprojekte für die Arme Bergdörferbevölkerung engagiert. Ist das nicht unglaublich. Hygiene eines der Theme, das mich hier begleitet hat und dann diese Begegnung. Und schwups planen wir schon wie der kleine Verein in das Health Camp nächstes Jahr eingebunden wird. Sie halten auch Ediucaton Workshops in in den Dörfern. Abgefahren…..wie wir das finazieren. Schauen wir. Ist ja noch etwas Zeit. Seifen der vielen Hotel sammeln …. aufbereiten und damit Hygiene Programme unterstützen. Die Idee soll in Kambodscha enstanden sein. Was es so gibt so …. www.ecosoapbank.org

Die Junge Frau ging wie alle von der Poolparty auf eine schottisch-christlichen Schule in Indien in der Teeregion Darjeeling. Ein Schuljahrestreffen. Junge Menschen von reichen nepalesischen Familien, wo sich viele Kinder entschieden haben zurück nach Nepal zu kommen. Hier zu leben. hier zu arbeiten. Sich hier zu engagieren. Interessante witzige Gespräche folgen.

Was ein Tag mal wieder. Bin ganz aufgekratzt. Erst um 2 finde ich mein Schlaf. Mit einem Lächeln im Gesicht.

Namaste

Mascha

Tränen. Kind. Cocktails

11.05.2019 Kathmandu

Gestern fliessen noch mal richtig die Tränen. Auf so viel Emotionen war ich nicht Vorbereitung. Die ISARD Mitarbeiter haben mich Vormittags noch mal persönlich in kleiner Runde verabschiedet. Jeder hat noch mal persönliche Worte an mich gerichtet. Als andere Tränen in den Augen hatten, war ich noch nicht an den Tränen …. noch nicht sehr emotional. Als ich dann dran war etwas zu sagen, stockte mir die Stimme schon nach wenigen Sätzen. Tränen kullerten mir die Wangen herunter. Herr Gott, wo kommen diese intensiven Emotionen plötzlich her. Ich lasse es zu. Es waren sehr intensive Monate. So viel fremdes. So viele positives. Menschen, es sind die Menschen, ihre Lebensumstände. Sie haben mich berührt. Es ist komisch, da sind zwei intensive Gefühlsanteile …. gegensätzliche… in mir … „es ist richtig und gut das es endet“ … und „es endet leider eine sehr besondere wertvoller Abschnitt meines Lebens, was mich sehr traurig macht“. Beides hat seine Berechtigung. Ein lachendes und weinendes Auge. Intensiv. Atmen. Es folgen viele Fotos, die schnell sich auf Facebook wieder finden. Da ich kein Facebook habe und das viele wissen, werden mir Screenshots der Einträge mit den Bildern zu geschickt. Digitaler Medienbruch. Ich bin und bleibe eher analog auch wenn ich whatsapp zu wertschätzend gelernt habe.

Ein letztes Dal Bhat auf der Farm bevor es via Motorrad nach Kathmandu geht. Gepäck via Bus.

Ich freue mich auf die Motorradfahrt mit Gopy nach Kathmandu. Musik in den Ohren. Fahrtwind. Die Sonne spüren. Gute fürs verarbeiten und loslasssen. Etwas schockiert bin ich als mir gesaht wird, dass bei uns noch die Tochter von Prokas mitfährt. Zwischen Gopy und mir. Weil sein Motorrad besser und sicherer ist. Also ich finde es ja schon fahrlässig, das ich ohne Helm fahre. Jetzt noch ein Kind und zu dritt auf den Motorrad. In Nepal üblich. Ich lasse es zu. Und der kleine Wurm sitzt dann da. Ich biete ihr ein Kopfhörer an und so hören wir bei der Fahrt Musik. Es dauert nicht lange und sie schläft in meinem Arm ein. Kinder können wirklich an fast allen Orten einschlafen und in das in einer Haltung, die ich als total ungesund empfinden würde. Ich emotional angefasst und spüre, wie auch das wieder mich berührt. Diesem Wurm auf dem Arm, mit Musik auf dem Motorrad in Nepal. Ein weiteres Bild, das ich nicht vergessen werde. Als wir von der Polizei angehalten werden, denke ich jetzt sind wir dran… aber nein… nur Führerschei zeigen… alles gut. Es ist normal hier…. so zu fahren.

Erschöpft in Kathmandu angekommen, empfängt mich der Direktor des Hotels. Wir quatschen über die Welt, Nepal und auch er gibt wir ein so wertschätzendes Gefühl. Wir hätten sicher noch länger geredet, wäre ich nicht mut Gopy, Prokas und Namarajh zum Abendessen verabredet. An der Stupa. Beim Spanier. Ihre ersten Tapas. Ihre erster Martini Bianco. Ihre ersten Cocktails. Ich glaube begeistert waren sie nicht von diesen westlichen Dingen aber genossen den Abend und wir haben über zukünftige Projekte geredet.

Etwas krass war eine Randerlebnis. Als Namarajh sich setzt ist er mit einem Ellenbogen gegen einen Ellenbogen eines Westler gestossen und hat etwas auf seiner Seite der Lehne den Arm abgelegt. Hier in Nepal ist man nicht so distanziert. Man hat andere Gepflogenheiten… eine andere kulturelle Art. Der Westler beschwert sich sofort und sagt tatsächlich… es scheint die Menschen hier haben keinen Respekt und unhöfliche Verhaltensformen. Wie unmöglich ist das den. Gast ein einem Land und dann einen so direkt anzugehen … zu beleidigen. Ich bin sofort eingeschritten und habe mih mit dem Typ angelegt… es war ein Fremdschämen in mir. Der arrogante Westler. Aber ich weiss, es sind die Kulturen die aufeinander prallen. Ich habe 4 Monate die nepalesische Kultur kennen gelernt…. mit ihren tollen aber auch herausfordernden Seiten.

Um nichts will ich diese Zeit missen.

Namaste

Mascha

Nepali Way Nepali Day

10. Mai 2019 ISARS FARM Bharabise

Gestern war mein letzter Tag auf der Farm. Heute geht es nach Kathmandu.

Irgendwan. Ich weiss nicht wann, hatte ich beschlossen den „Mascha Bye Bye Tag“ ganz auf Nepali Way zu planen. Also so gut wie gar nicht. Gut ich habe vorer gebacken und Leute eingeladen. Ja und wir hatten besprochen für sie ISARD Mitarbeiter noch eine Workshopeinheit zu machen. Aber mehr nicht. Keine Uhrzeit. Keine Agenda. Und so wurde um 10 Uhr morgens gesagt, wir fangen um 13 Uhr an. Die externen Gäste kommen dann so gegen 16 Uhr. Wer dann die Leute koordiniert hat, dass diese es wissen….. ich weiss es nicht. Externe Gäste … also nicht ISARD Leute… waren schon ab 11 Uhr da. Manche ISARD Leute erst um 14 Uhr. Es stört keinen. Ich habe extra gefragt. Warten und so rum sitzen und reden und schauen ist hier ein Teil der Mentalität. Gelassenheit. Es lag also nur an mir, meine westlichen Gedanken und Gefühle zu kanalisieren…. mich dem Nepali Way einfach hin zu geben. Kein Druck verspüren. Ich würde sagen, es gelang zu 80%. Ich bin ein Fan von 80 / 20 % Ansätzen und Lösungen.

Was ich für den Tag auch sehr nepalesisch fand. Wie hatten ca. 10 mal Stromausfall. Ist schwer dann Beamer und Computer zu nutzen. Auch die Beamer taten es kaum, selbst wenn Strom da war. Ich hatte tatsächlich noch eine Präsentation gemacht. Zum Glück nur begrenzt Zeit investiert. Alle waren gelassen. Es ist hier einfach üblich…. Stromausfall….. Also Elektroherd wäre hier echt Quatsch.

Alternativ spontan eine Gruppenübung gemacht. Die Präsentation dann am Laptop gezeigt. Alle machten mit. Waren so sowohl ernsthaft als auch mit Humor bei der Sache. Was lief gut während ich hier war, was haben sie gelernt und was wünschen sie sich das nächste mal. Was würden sie beim nächsten Volunteer anders machen. Sie haben viel aufgeschrieben. Ich finde ja die Nepali Schrift schon Kunst.

Ich selber habe über Projektmanagement geredet… Teamwork…. Kommunikation…. Planun… Rollen… Stärken… ich habe viel mit Fotos gearbeitet…. Storytelling… ich hoffe etwas findet den Weg in die Nachhaltigkeit…. das würde mich sehr freuen. Besonders wichtig war mir ein Foto… es zeigt ein Foto von einen alten nepalesischen Tempeldach mit Solarzellen drauf. Ich wünsche Ihnen, dass sie aus dem Westen nur gutes neues übernehmen und altes… traditionelles… positives sich beibehalten. Ich spüre wie sehr hier westliche Dinge mehr und mehr vordringen. Nicht nur gutes. Naja. Etwas diskutiert und am Ende habe ich allen ein Dictionary für englisch- nepalesisch und umgekehrt geschenkt. Ausser Gitta der Köchin, der habe ich meine Wanderstöcke geschenkt. Und ich… ja ich… habe eine Kurtha Suwal geschenkt bekommen und eine Mütze. Eine Kurtha Suwal ist eine traditionelle Kleidung… die hatte ich dann den restlichen Tag an.

Danach wurde dann gequatsch, gegessen, Volleyball gespielt und einfach rum gesessen. Oder mit dem Olivenglas gekämpft…. wir haben es fast nicht aufbekommen. Das bekommt man in Kathmandu nur in einem besonderen Supermarkt. Diese Supermärkte finde ich immer….. egal ob Mongolei, Indien …. Bali oder Nepal etc.. Hat was gutes aber auch etwas absurdes.

Gopy und Namarajh weitere waren plötzlich für 3 Stunden weg…. anderes Meeting…. ein Teil der 20% wo ich meinen westlichen Teil nicht ablegen konnte… aber später waren sie dann da. Und sie brachten Hühnchen zum Grillen und Bier und Sprite und Cola. Letzteres gibt es wirklich nur für Feierlichkeiten. Später wurde dann getanzt… mal nepalesisch…. mal westliche… sogar wieder auf Kölner Karnevalsongs. Und nach einem späten…. sehr späten Dal Bhat wurde gesungen. Viel gesungen. Sogar spontan dazu Strophen dazu erfunden… für mich… über mich. Das war schon sehr bewegend. Am Ende glaube ich, dass meine Art mehr nachhaltig ist als Inhalte zu Projektmanagement oder so. Es ging oft um meine positive offene Art. Meine Energie und mein „wir machen das und schaffen das ….gemeinsam“. Die ISARD Mitarbeiter haben meine Zeit hier maßgeblich mit gesprägt. Es war eine tolle Zusammenarbeit. Sie haben auch mich verändert… wie nachhaltig wird sich erst in Europa zeigen.

Ein sehr schöner Bye Bye Tag.

Ich bin beseelt.

Namaste

Mascha

Filme

Mit 1000 Rupies fing es an….

9.5.2019 ISARD FARM bei Bharabise

Sie haben es tatsächlich geschafft. Das Team in Phuttedhunga. Der Kindergarten steht und ist nutzbar. Die Farbe aussen fehlt noch, sowie Strom aber sonst alles da. Unglaublich. Sogar der Wassertub wurde neu gemacht. Eine Hängematte mit Gestell gibt es auch. Alles sind stolz. Das können sie auch. Ich bin es auch. Das Dorf und das Projekt hat mir besonders viel Spass gemacht. Wie öfters hier, wird einiges vergessen. Die Schrauben für die Hängematte… die Kiste für das Spielzeug, die Bezüge für die Kissen. Wird nach geliefert. Alle sehen es gelassen. Ich auch. Überraschenderweise. My Nepali Way. Ich mag diese Gelassenheit in mir.

Namarajh und Ramsunda haben mir die Kindergartensituation im März vorgestellt. Sie hatten ein kleines Konzept erarbeitet und wollten, dass ich sie unterstütze. Das ist etwas mehr als 2 Monate her. Hannah und Noah waren bei dem ersten Besuch dabei. Es war eine Holzbelchbaracke. Man konnte durch den Fußboden zum Teil die Erde sehen. Oder den Himmel durch die Luftlöcher durch die Wände. Nicht wirklich Monsuntauglich. Schlangen sollen durch den Boden kommen.

Damals haben wir mit der Dorfrunde diskutiert. Die Lehrerin fand die Diskussion so fruchtbar, das ein Monatsgehalt für den Bau spenden würde. Ich sagte damals, ich rede mit Carisimo. Aber ich erwarte weitere Unterstützung vom Dorf mit Arbeitszeit und von der Kommune auch finanzielle Unterstützung. Und wenn wir es machen, dann schnell… während ich hier bin. Anfangen und beenden.

Als ich am Wassertub damals stand ging er nicht und ich fragte, wieviel das kostet zu reparieren und man meinte 1000 Rupies. Das sind 8 euro. Ich seufzt und holte 1000 Rupies raus und sagte …. das machen wir auf jedenfall und der Rest wird sich zeigen. Es wurde später ein neuer Wassertub. Ich finde ein besonders schöner.

Hannah und Noah stiegen mit ein. Zusammen redeten wir noch am gleichen Tag mit Carisimo und Svenja und Rosi sagteb ihre Unterstützung zu. Der Rest ging dan eben so schnell. Zu schnell. Ich habe später ärger bekommen, da ich mich nicht an Nepali Prozesse gehalten habe und die ein oder andere Regeln gebrochen haben. Bivas der Direktor von ISARD war ganz schön sauer. Was soll ich sagen, ich habe ein TShirt da steht drauf BREAK THE RULES. Und für Prozesstreue bin ich auch nicht bekannt. Aber der Kindergarten steht. Budget und Zeitschiene wurde ein gehalten. Die Bewohner von dem Dorf waren super motiviert. Die Bauleiter und der Fachexperte einfach genial. Sie haben das Projektemanagement light mit gemacht, sie erfüllten Extrawünsche und die Qualität der Arbeit war ziemlich gut. Ich habe ihn heute bei der Eröffnungsfeier Weihnachtmützen geschenkt. Ich erklärte, sie haben das Dorf und mich beschenkt wie der Weihnachtsman. Etwas Kulturaustausch finde ich wichtig und ich liebe Weihnachten. Die beiden Jungs haben die Mützen die ganze Feier stolz getragen. Ich war zwischendurch ein Clown, wer mag den immer nur ernst sein… so viele ernste Reden. Ich glaube 10 Redner. Das Duplo Spielzeug war der Knaller…. die Anwesenden Kinder haben sofort damit gespielt. Die ganze Zeit. Schokoladen kam auch super an. Carismo, mir und Hannah und Noah wurde x mal gedankt. 6000 Euro von Carisimo, Maschasneu.land und 2000 Euro vom Goverment und die ehrenamtliche Arbeitszeit der Dorfbewohner als Hilfsarbeiter. Ca. 10.000 Euro zusammen für eine Kindergarten mit einem Raum innerhalb von 2 Monaten …. für Nepal ist dss glaube ich ziemlich gut. Naja, ich habe ja auch streng auf den Projektplan, die Prioritäten und Budget geachtet. Ich hoffe der eine oder andere hat hier was positiv gelernt. Alle sind glücklich. Die Politiker, die Bürger, ISARD Mitarbeiter und ich so oder so. Der Snack danach wurde auch genossen und dann ging es via Jeep wieder runter zur Farm.

Wieder ein durch geshake. Diesmal stehe ich draussen… noch mal Landschaft bewundern…. noch mal der gelbe Schule in Bhumethan von weiten auf Wiedersehen sagen …. Abschied überall.

Abends dann kochen und backen…. für die Abschiedsfeier morgen. Kokosgugelhupf…. Gemüsequiche… alles nicht so einfach hier… nicht alle Lebensmittel da…. hier gibt es kein richtiger Backofen, keine Gabeln, Stromausfall… kein Licht also…. so viele Fliegen (noch sie viele um mich gehabt) aber aber die Musik läuft…. mir wird geholfen….. wird schon ….. bin müde.

Namaste

Mascha

P.s. DANKE liebe Hannah und lieber Noah für das gemeinsame Projekt.

Das war unser erstes Treffen in der Baracke…….

Anders als geplant…

8. Mai 2019 ISARD FARM bei Bharabise

Eigentlich wollte ich heute dss letzte mal zu Schule in Bhumenthan wandern. Eigentlich wollten ich da das letzte mal übernachten. eigentlich… eigentlich. Ich habe die Women illness. Menstruation. Ich gebe zu, ich habe gehofft, das ich erst in Kathmandu wieder dran bin. Es bleibt dabei, hier auf dem Land finde ich das Thema extrem schwer. Naja. Ist wie es ist. Bauchschmerzen, kaputt, emotional … keine gute Basis für wandern in der Hitze. Also bleibe ich auf der Farm.

Lediert mit Tee bereite ich etwas die Sachen für die Abschlussveranstaltung hier vor. Und ohne es mal wieder geplant zu haben, bin ich Teil einer Hochzeitsdiskussion. Gut, ich gebe zu, ich habe das Gespräch diesmal etwas provoziert. Nirmala, Namarajh, Gopy und ich sind ins quatschen gekommen und ich frage Namarajh die Analogo / non Digitale Datingplatform von Nepal, was sein Barometer für Nirmala sagt. Er antwortet trocken, sie habe ihm noch nicht ihre Wünsche und Ideen für die Zukunft erzählt znd schaut Nirmala an. Gopy googelt in der Zeit „welches ist die erfolgreichste Datingplatform“. Naja, Namarajh wird bei der Suche nicht rauskommen. Nirmala ist sehr zurückhaltend udn schüchtern…. sagt Namarajh. Ich frage sie, ob sie erzählen will, was sie für Vorstellung zum Thema heiraten hat und zu meiner Überraschung antwortet sie ganz klar, sie werden frühstens in zwei Jahren heiraten. Und sie will einen Mann aus ihrer Kasten. Tami Kaste. Ich frage warum und sie sagt, sie habe nun diverse kastenübergreifende Ehen mitbekommen und da gibt es so viel Stress. Vorallem die Familien üben Stress auf das Paar aus. Mh… nicht gut. Ich erkläre, dass es Zeit braucht und so dei „Kastendenke“ nicht endet, wenn es keine Vermischung gibt … egal wo man ist … Vermischung von nationalen Herkunft, Ethnien, Religionen, Kasten, Schichten… ein Trauerspiel das uns das allen so schwer fällt.

Es ist eine interessante Diskussion, die wir führen. Viele Dinge sind eben nicht nur schwarz weiß. Später frage ich, wie sie den Mann kennen lernen will und ihre Antwort „Gott wird es fügen“. Ich bin mir nicht sicher, ob es Glauben, Naivität oder pure Romantik ist, die Basis dieser Antwort ist. Wir sprechen noch etwas über arragngierte Ehen. Interressant. Auch hier nicht alles schwarz oder weiss. So Abwegig ich das immer fand, ich verstehe schon warum es hier noch häufig so ist. Wer hätte das gedacht, dass ich hier meine Ansicht etwas verändert

Der Tag vergeht schnell.

Später kochen wir zusammen. Als Appetizer gibt es die ersten Mangos aus dem Anbau hier. Lecker. Ich bereite Kokusnuspulver für die Abschlussfeier vor. Es hat was archaisches eine Kokosnuss mit dem lokalen Messer zu schneiden. Wir hören meine Westmusik … die Nepali Liste, die von ISARD Mitarbeiterinnen erstellt wurde. Manche Lieder können mit gesungen werden.

Wir sind wieder nur eine kleine gesellige Gruppe zum Abendessen. Früh ins Bett gehen. Morgen geht es ganz früh los …. Eröffnungsfeier des Kindergarten in Phuttedhunga. Bin gespant wie weit sie gekommen sind. Die Feier findet wegen mir jetzt schon statt. 2 bis 3 Wochen später wäre für die Planung adäquater gewesen. Aber die Dorfbewohner wollen mit mir feiern und wenn ich ehrlich bin, ich es schon dahin gelenkt…. ich freu mich sehr. Schönes Projekt. Phuttedhunga ist mit Mulabari mein Lieblingsdorf… wegen den Menschen.

Heute geht es also zum letzen Projekt.

Namaste

Mascha

P.s. der Kuchen war lecker….

Eventmanagement

6. Mai 2019 Piskars

Am Morgen ging es weiter mit dem Abschiedsthema …. es wurde eine Liste der Menschen gemacht, die zu meiner Bye Bye Party am 9. Mai kommen werden. Es sind nicht nur die ISARD Mitarbeiter, sondern auch verschieden Akteure der Dörfer in denen ich oft war. Wir werden ca. 30 Leute sein.

Wir sind noch an Prokas Hütte. Ein Wunder das sie noch steht. Um sie herum wird gebaut und der ganze Boden platt gemacht… neben dem neuem Haus der Familie, wird eine Regierungshaus gebaut. Krass ist, momentan wohnt Prokas Familie in einer Blechhütte. Jetzt bauen sie eine 4 stöckiges Haus. Er wird auch vermieten … was ein Kontrast.

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Naja…. wir besprechen dort die Abschlussfeier auf der Strasse. Vieles passiert hier auf den Dörfern auf der Straße.

Namarajh beobachte das Gesamtgeschehen immer von der Strasse…. „da sieht man wie es dem Dorf geht“. Auch das hatte ich bei unserer ersten Wanderung gelernt. Stylisch die Schuhe…

Weit entfern sieht man etwas Himalaya…

Zurück zur Planung….Es wird tradidtionell Dal Bhat geben. Grilled Chicken und ich will backen…. versuche mich gerade an einem Gugelhupf aber es ist schwer… es ist halt kein richtiger Ofen.

Mhm.. der Teig wird nicht richtig hard. Er wirkt puddig. Habe ja noch ein paar Testversuche. Der reduzierende Faktor ist Butter, die bekommt man hier auf dem Land nicht gut. Zumindest zum backen nutzbare Butter. Die lokale Butter ist viel zu fettig… eher wie fritierfett. Ich habe die Butter zum backen immer aus Kathmandu mit gebracht. Naja. schauen wir.

Beim nach Hause gehen, passieren wir eine pausierende Farmerfrauenrunde. Ein schönes Bild. Sie grüssen freundlich… naja die eine oder andere schaut, als ob ich ein Alien bin. Es fällt mir noch jetut schwer, manche hier sehen zum ersten mal eine Westerlin. Hier gibt es einfach kein Tourismus.

Abschied von diesem Teil der Gegend… ich rede nicht viel …. einfach schauen.

Ich bin etwas platt. Nicht weil ich so viel gemacht habe, sindern wegen der Hitze. So heiss.Schöner Abend. Schönnes Licht. Ich liege in der Hängematte und meine Hand sieht man noch 😉

Namaste

Mascha

Hochzeitsplanung und wie könnte es weiter gehen …

6. Mai 2019

Gestern 1000 Höhenmeter hoch. Heute 700 Höhenmeter runter. Es ist verdammt heiss hier. Nichts von Monsun. Heiss. Heiss. Heiss.

Rhonsu und ich wanderten gestern erst nach Piskas und dann nach Mulabari. Die Kinder treffen und auf Wiedersehen sagen. Auf dem Hinweg begleitete uns ein streunender Hund. Der machte es richtig. In jedem Bach legte er sich in Wasser. Total verschwitzt und hungrig in Piskars angekomme, traffen wir Gopy, Namarajh und Prokars, den Generalsekretär von ISARD. Zu Mittag gab es Dal Bhat. Seit langem, dass ich mal wieder Lust auf diese Speise hatte. Das Gemüse dazu war sehr lecker. Die anderen nahmen Nachschlag beim Reis, ich vom Gemüse. Eun Thema kam wieder auf….. Health Camp und wann ich wieder kommen würde. Und … es wurde mir erklärt, dass man dieses Projekt gerne mit mir machen würde. Also planen und umsetzen. Später sagte Brokas sogar, wenn ich weg bin, wird es ruhig auf der Farm und alle arbeiten wieder nur in ihrem Bereich. Ich hätte alle gut aufgemischt. Ich lächle. Die Wertschätzung berührt mich. 4 1/2 Monate sind eine lange Zeit, so langsam kennt man sich.

Nach dem Mittag geht es nach Mulabari. Heiss. Wir machen im Schatten und am Wasser Pause. Plötzlich erzählt Namarajh, das der Lead Farmer von Lopsy … eine sehr gute Familie, einen 21jährigen Sohn hat, der noch keiner Frau versprochen ist. Ich stutze. Ja und? Namarajh will den Sohn kennen lernen und schauen wie er ist. Vielleicht würde er ja zu Rhonsu passen. Aber Mascha style nicht Nepali styl. Ich bin verwirrt. Und schaue Rhonsu an. Sie wirkt weder verwirrt, noch ängstlich. Sie scheint die Absichten schon zu kennen. Ich sage wie aus einer Pistole geschossen, das er und Rhonsu sich erst mal kennen lernen sollten und an Rhonsu gerichtet, nur wenn er dir sympathisch ist. Pistare … langsam und du musst nicht. Du darfst nein sagen. Sie lächelt. Ich Frage was Mascha Style bei dem Thema ist und Gopy sagt, genau das was ich eben zu Rhonsu gesagt habe … sie darf nein sagen, wenn sie nicht will. Das stehe ich nun im Schatten einer kleinen Wassertrasse nähe Mulabari, die ISARD vor Jahren gebaut hat und bin Teil einer Hochzeitsidee. Der Kreis schliesst sich. Mulabari war der Ort in dem ich den Alkoholbrauch mit dem Heiratsantrag kennen gelernt habe. Eine junger Mann bringt Roxy (lokaler Alkohol) zu den Eltern der Frau … bzw dem Mädchen das er heiraten will und wenn diese den Alkohol trinken, dann ist das ein JA von den Eltern der Frau und es wird geheiratet. Kein Nepali Brauch, sondern eien Tamibrauch. Tami ist eine sehr kleine Minderheitsethenie in der Region wo ich aktiv bin. Meine erste Wanderung war auch nach Mulabari und das verschüchterte Mädchen damals traute sich nicht Nein zu sagen. Seufz. Lange her.

Ich frage Rhonsu beim weitere gehen, was ihr wichtig ist bei einen Mann… also den sie ggf. heiratet würde. Sie sagt als erstes …. sie will keinen der gut aussieht und die falsche Einstellung hat. Lieber nicht so gutes Aussehen und die richtige Einstellung. Ich stehe verdattert vor ihr. Sie ist 19. Weiter …. nicht rauchen, nicht Roxy so sehr mögen und fleissig. Ich drehe mich zu ihr um und sage…. Respekt….. er soll Respekt vor die haben bzw gegenseitigen Respekt. Mir scheint, dass die Herren der Schöpfung sich absichtlich zurück fallen lassen haben und Rhonsu und ich alleine reden sollen.

Wie surreal. Ich bin Teil einer Planung einer potentiell engagierten Ehe. Etwas was ich eigentlich ablehne. Aber wie lernen sie sich sonst hier kennen. Ist das hier nicht gerade ein wenig wie eine Anloge … nicht digitale … Kennenlernplatform…. und Namarajh ersetzt den Matchingtest. Hand made.

Ich schmunzel. Rhonsu ist gelassen. Ich sage mehrfach …. kennen lernen, reden und dann erst entscheiden. Bis Mulabari zieht sich das Gespräch. Vor den Männer kurz vor dem Dorfanfang wiederhole ich noch mal meine Ansicht… vorallem des Nein sagen dürfen. Mascha style meinte Namarajh am Anfang dazu. Es wirkt so auf mich als ob er das gerade alles geplant hatte. Würde zu ihm passen.

Das Dorf Mulabari, dass man nur zu Fuss errwichen kann, mag ich sehr. Keine Strasse. Die Vorsitzende der Farmer von Mulabari Didi Muti … sie ist auch Shop Besitzerin in dem Dorf, heisst uns wieder herzlich willkommen. In Windeseile fühlt sich der Dorfplatz. Eigentlich wollen wir nur den beiden Waisenkinder Schulsachen und Schuluniform und Schuhe bringen.

Immer wieder fragen sie mich, wann ich wieder komme. Und dann sage ich es laut… September/Oktober 2020 …. also in 1 1/2 Jahren. Ich bin ein sehr verbindlicher Mensch. Zwar war im Hinterkopf seit langen der Gedanke mit dem Zeitpunkt aber jetzt war es ein Versprechen. Auf dem Rückweg reden wir über das Health Camp. Eine Art Mehrzweckveranstaltung…. nicht nur Untersuchung und Behandlung…. sondern Education…. Hygiene, Ernährung, Sexualität etc. Es solle auch viele deutsche Volunteere kommen. Ich mag die Grundidee. Naja Bivas der Direktor muss überzeugt werden aber Namarajh meint, wir die Leute, die vor Ort arbeiten, wolle das. Es ist gut, wenn wir etwas gemeinsam machen….. Europäer hier länger sind. Klar, finanziert werden muss das auch…. aber erst mal die Idee und ein gemischtes Team, die etwas gemeinsam machen wollen. Ich mag die Menschen hier. Es macht Spass mit ihnen etwas gemeinsam erreichen zu wollen. Und es ist schön zu hören und zu spüren, dass sie auch gerne mit mir etwas machen wollen.

Was eine Wanderung. Was für Themen.

Namaste

Mascha